Börse glaubt an den IBM-Sun-Deal

20. März 2009, 15:30
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Noch ist völlig offen, was hinter den Gerüchten, dass IBM Sun übernehmen möchte, steckt. Doch die Börse glaubt an den Deal, der aber auch kartellrechtliche Fragen aufwirft.

Noch ist völlig offen, was hinter den Gerüchten, dass IBM Sun übernehmen möchte, steckt. Doch die Börse glaubt an den Deal, der aber auch kartellrechtliche Fragen aufwirft.
Die Meldung des 'Wall Street Journals' vom Mittwoch, dass IBM und Sun Microsystems Gespräche über eine Übernahme führen, hat einige Leute etliches reicher gemacht oder zumindest deren Verluste massiv reduziert. Der Aktienkurs von Sun Microsystems stieg am Mittwoch nämlich rasant. Seitdem verharrt er mehr oder weniger auf der Höhe des von der oft gut informierten Zeitung genannten, möglichen Preises, den IBM für Sun zu zahlen bereit sei. Die Börse glaubt also offenbar daran, dass Sun übernommen werden könnte. Der vom 'Wall Street Journal' genannte Preis von 6,5 Milliarden Dollar ist übrigens immer noch sehr tief, wenn man die operativen Zahlen von Sun anschaut und allfällige Synergiegewinne einbezieht.
Wer oder was hinter dem Gerücht steckt, ist unbekannt. Bekannt ist hingegen, dass einige grosse US-Fonds in Sun investiert sind und zusammen eine substantielle Minderheit der Aktien des Unix-Spezialisten halten. Diese könnten durchaus ein Interesse daran haben, auch gegen den Willen des Managements und der (stolzen) Sun-Gründergeneration um Scott McNealy einen Verkaufsprozess anzustossen, um so die eigenen Verluste zu minimieren. Denn Sun hat bei der Übernahme von StorageTek einen sehr stolzen Preis bezahlt und dürfte unter der Wirtschaftskrise mehr als andere leiden, was sich im massiv gefallenen Wert der Sun-Aktien widerpiegelt.
Als neben IBM mögliche Käufer werden auch EMC und vor allem Cisco genannt. Cisco könnte den angepeilten Einstieg ins Servergeschäft mit dem Kauf von Sun massiv beschleunigen.
Spielt die EU mit?
Doch noch ist alles Spekulation. Dies umso mehr, als der Kauf von Sun durch IBM wohl vor allem in Europa auch kartellrechtliche Fragen aufwerfen würde. IBM käme gemäss einer Berechnung von 'Financial Times Deutschland' nach der Übernahme von Sun auf einen Marktanteil von 68 Prozent bei Hochleistungsservern, drei mal mehr als der nächst kleinere Konkurrent, Hewlett-Packard.
Ein deutscher Kartellrechtsspezialist sagte gegenüber dem Wirtschaftsblatt, eine Fusion von Sun und IBM wäre zwar nicht unmöglich, "aber sicher sehr schwierig." (Christoph Hugenschmidt)

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