Botnetz spioniert Tausende von Firmen- und Regierungs-PCs aus

18. Februar 2010, 11:32
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Ein bisher unbekanntes Botnetz hat weltweit 74'000 Firmen- und Regierungs-Computer verseucht. Grosse Mengen von vertraulichen Daten gestohlen.

Ein bisher unbekanntes Botnetz hat weltweit 74'000 Firmen- und Regierungs-Computer verseucht. Grosse Mengen von vertraulichen Daten gestohlen.
Amerikanische Internet-Sicherheitsexperten sind während der Untersuchung eines Firmennetzwerks auf ein grosses Botnetz gestossen, dessen Schadsoftware unentdeckt auf weltweit über 74'000 Firmen- und Regierungscomputern installiert ist. Mit dem aus der Zeus-Familie stammenden "Kneber-Botnet" sollen die Angreifer in den letzten 18 Monaten rund 68'000 Unternehmens-, E-Mail- und Online-Banking-Logindaten sowie Anmeldedaten zu Social Networks gesammelt haben. Ausserdem sollen Sie so Zugriff auf über 2000 Zertifikats-Dateien (welche etwa für VPN-Verschlüsselung und so weiter genutzt werden), erhalten haben, schreibt das amerikanische Sicherheitsunternehmen NetWitness in einem Bericht zu Kneber. Unter den angegriffenen Unternehmen sollen sich auch die beiden Pharmariesen Merck und Cardinal Health befinden, wie das 'Wall Street Journal' schreibt.
Rund 19 Prozent aller mit Kneber befallenen Computer befinden sich gemäss der Auswertung in Ägypten, gefolgt von Mexico (15 Prozent), Saudi Arabien (13 Prozent), der Türkei (12 Prozent) und den USA (11 Prozent). Auf Deutschland entfallen 5 Prozent, Zahlen zur Schweiz nennt der Bericht keine. Die Auswertung der Internet-Adressen der befallenen amerikanischen Systeme zeigt weiter, dass sich unter den angegriffenen amerikanischen Firmen neben Schulen, Universitäten und Technologie-, Energie- sowie Internetprovidern auch Finanzinstitutionen sowie Behörden auf allen drei Regierungsebenen (Gemeinden, Bundesstaaten und Zentralregierung) befinden.
Das 'Wall Street Journal' liefert einige interessante Beispiele, an welche Daten die "Kneber-Angreifer" bisher gelangen konnten. So sei es den Angreifern bei mehr als 100 Unternehmen gelungen, an eine "grosse Anzahl" an Daten aus Datenbanken und E-Mail-Servern zu kommen. Bei einer Firma hätten die Kriminellen Zugriff auf einen Server erhalten, der Kreditkartenzahlungen abwickelt. Bei anderen seien Zugriffe auf Firmendokumente, Präsentationen, Verträge und noch nicht veröffentlichte Softwareversionen erfolgt. (Thomas Brühwiler)

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