Box-Versionen von Vista verkaufen sich im US-Retail schlechter als XP

12. September 2007, 15:45
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Seit der Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows Vista Anfang 2007 stagniert der Absatz bei Box-Produkten.

Seit der Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows Vista Anfang 2007 stagniert der Absatz bei Box-Produkten. Obwohl die neue Software im Vergleich zur Vorgängerversion Windows XP in den Verkaufszahlen nach den ersten sechs Monaten hinter den Erwartungen bleibt, etabliert sich Microsoft Office 2007 hingegen als Verkaufsschlager. Zu diesen Ergebnissen kommen Experten des US-amerikanischen Marktforschers NPD in einer aktuellen Marktanalyse. "Der Microsoft-Konzern hat zweistellige Zuwachsraten und Windows Vista verkauft sich sehr gut. Zudem ist es kein Geheimnis, dass der Paketverkauf von Vollversionen und Updates im Retail-Bereich maximal zehn Prozent der gesamten Windows-Absätze ausmacht", sagt Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich gegenüber 'pressetext'.
Die Studie zeigt mit Blick auf die Verkaufszahlen bei den grössten US-Einzelhändlern, dass Windows Vista im direkten Vergleich zum Start von Windows XP um rund 59,7 Prozent schlechter abschneidet. Wenngleich die abflachende Kurve bei den Erlöszahlen mit 41,5 Prozent weniger steil ausfällt, gestaltet sich der Verkauf von Vista weiterhin schleppend. "Der Verkauf kommt nicht wirklich gut voran", zitiert das Branchenportal 'Cnet' den NPD-Marktanalysten Chris Swenson. Der Experte fügt jedoch hinzu, dass viele Vista-Kunden ihre Betriebssysteme in Verbindung mit einem neuen PC erhalten, wohingegen nur eine Minderheit direkte Box-Produkte kaufen.
Microsoft verweist indes auf denselben Umstand und warnt vor voreiligen Schlüssen, die sich ausschliesslich auf die Verkaufszahlen des Einzelhandels stützen. Sollen repräsentative Aussagen über die Verkaufsperformance von Vista getroffen werden, müssten vor allem PC-Komplettsystembestellungen, die das neue Betriebssystem enthalten, mitberücksichtigt werden, so Lutz auf Nachfrage von 'pressetext'. Laut Microsoft wurden im Sommer 2007 rund 60 Millionen Vista-Lizenzen verkauft. Der Konzern betont, dass 80 Prozent der Windows-Umsätze vom Geschäft mit Computerherstellern stammen, die das Betriebssystem auf den neuen PCs vorinstallieren und mit der Option für ein erneutes Aufsetzen mitliefern.
Anders hingegen die Situation beim neuen Office 2007, das zeitgleich mit Vista Einzug in die Verkaufsregale hielt. Im Vergleich zur Verkaufsperformance von Office 2003 in den ersten sechs Monaten nach Markteinführung verdoppelte sich der Einzelhandelsverkauf der 2007-Version von Januar bis Juni dieses Jahres. Gegenüber den Verkaufszahlen für das erste Halbjahr 2006 entspricht dies einer Steigerung von 59,6 Prozent. Dass der Vista-Verkauf noch hinter den Erwartungen liegt, führt Swenson auf die hohen Hardwarevorraussetzungen und einen weniger grossen Werbeaufwand Microsofts im Vergleich zu XP zurück. So müsste sich Microsoft verstärkt darum bemühen, die Kunden über die neuen Funktionen aufzuklären.
Laut dem US-Marktforscher Gartner ist der weltweite PC-Markt samt dem Verkauf von Komplettsystemen so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Demnach wurden 2007 ungefähr 239 Millionen PCs verkauft - verglichen mit 128 Millionen Stück für 2001 (XP-Einführung) ein merklicher Anstieg. Vor diesem Hintergrund erwartet Microsoft, dass sich der Umstieg im Business-Segment auf Vista im ersten Jahr nach der Markteinführung verglichen zu XP verdoppeln wird. Aus Businesskreisen heisst es indes, dass man das Service Pack 1 zu Vista - dessen Erscheinen nicht vor 2008 erwartet wird - erst noch abwarten möchte, bevor ein Umstieg erfolgt. "Die Update-Zyklen in Unternehmen sind anders als bei privaten Konsumenten und liegen im Schnitt bei rund drei Jahren. Wenn sich Businesskunden derzeit noch mit der Vista-Umstellung zurückhalten, liegt dies nicht daran, dass diese auf Updates warten, um die Leistung des Produkts zu steigern. Microsoft wird seinen Kunden ständig neue Updates anbieten", so Lutz abschliessend. (pte)

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