BPs freud'scher Datenverlust

30. März 2011, 13:35
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BP verliert Laptop mit den Daten von 13'000 Klagen, die aufgrund der Ölkatastrophe im letzten Jahr gegen den Konzern eingereicht wurden.

BP verliert Laptop mit den Daten von 13'000 Klagen, die aufgrund der Ölkatastrophe im letzten Jahr gegen den Konzern eingereicht wurden.
Wenn es so etwas wie einen "freud'schen Datenverlust" geben sollte, dann ist er BP passiert. Ein Mitarbeiter des Ölriesen hat ein Notebook verloren, auf dem Datensätze von rund 13'000 Menschen gespeichert sind, die wegen der Katastrophe nach dem Untergang der Bohrplattform "Deepwater Horizon" Klagen gegen BP eingereicht hatten.
Auch wenn der insgeheime Wunsch, diese Klagen würden einfach verschwinden, in den Köpfen vieler BP-Mitarbeiter herumgeistern dürfte, hat BP damit natürlich ein weiteres – wenn auch vergleichsweise winziges – Problem am Hals. BP erntete heute neben negativen Schlagzeilen jedenfalls auch grosse Kritik von seiten vieler Security-Experten.
Diese bemängeln hauptsächlich, dass der Laptop zwar mit einem Passwort geschützt ist, die darauf gespeicherten Informationen selbst aber offenbar nicht verschlüsselt sind. "Passwörter sind heutzutage mit entsprechenden Gerätschaften, die sich im Internet bestellen lassen, ohne grössere Probleme zu knacken", erklärt beispielsweise Datenschützer Hans Zeger von Arge Daten im Gespräch mit 'pressetext'. "Von einem Unternehmen wie BP sollte man erwarten dürfen, dass sensible Unternehmensdaten eine Verschlüsselung aufweisen. Denn diese bietet grösstmöglichen Schutz gegen potenziellen Missbrauch."
Auf dem Laptop befinden sich neben anderen Details zu Tausenden von Klägern - Namen, Adressen, Telefonnummern, Sozialversicherungsnummern - unter anderem Informationen zu den Entschädigungszahlungen, die sie erhielten. Ein BP-Sprecher erklärte gegenüber Pressevertretern, man habe die Betroffenen bereits per Brief benachrichtigt und es gebe bisher keine Hinweise auf Datenmissbrauch. (hjm)

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