Bremst Flash-Storage Cloud-Provider und RZ-Bauer aus?

10. Juni 2015, 13:54
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Flash-Arrays sind heute billig genug, um eine Alternative zu Public Clouds zu werden, und klein genug, um RZ-Ausbauten unnötig zu machen, sagt ein HP-Technologe.

Flash-Arrays sind heute billig genug, um eine Alternative zu Public Clouds zu werden, und klein genug, um RZ-Ausbauten unnötig zu machen, sagt ein HP-Technologe.
Wie 'CBR' berichtet glaubt man bei HP dass Flash basierte Speichersysteme nicht nur Harddisk-Arrays in Rechenzentren verdrängen. Die neue Storage-Alternative, so erklärte der HP-Mann Milan Shetti laut 'CBR' letzte Woche an HPs Kundenkonferenz Discover, habe das Potential, auch den Geschäftsgang von Public-Cloud-Providern negativ zu beinträchtigen und möglicherweise sogar die globale "Rechenzentrumsblase" zum Platzen zu bringen.
Milan Shetti ist Cheftechnologe in der Storage-Abteilung von HP. Seiner Meinung nach werden Unternehmen in Zukunft bei neuen Projekten hauptsächlich zwischen dem Bezug von IT-Ressourcen aus der Cloud und Flash-basierten Infrastrukturen in eigenen Rechenzentren beziehungsweise privaten Clouds wählen. Bei Public Clouds müssten Kunden nicht nur für die Specherkapazität bezahlen, sondern auch die Kosten dafür rechnen, die Daten in die Cloud und später wieder aus der Cloud heraus zu bringen. Angesichts der aktuellen Kosten von 1,50 Dollar pro (nutzbarem) Gigabyte auf (HP-)Flash-Arrays bestehe so gerechnet preislich kein grosser Unterschied mehr. Und in einem Jahr werde der Flashpreis noch einmal deutlich tiefer liegen. Durch die Benutzung der eigenen Arrays hätten Kunden zudem nicht nur mehr Flexibilität, sondern könnten auch ein echtes Backup einrîchten. In öffentlichen Clouds gebe es nicht die gleiche Art von Backups, nur Replikation, und das sei nicht das Gleiche.
Shetti glaubt auch, dass bereits migrierte Workloads wieder aus der Cloud abgezogen werden könnten. Viele CIOs hätten in der Vergangenheit der Benutzung von Cloud-Ressourcen aufgrund von Sicherheitssorgen nur widerwillig zugestimmt. Nun schwinde der Kostenvorteil, und CIOs könnten die Gelegenheit ergreifen, ihre Nerven wieder zu beruhigen.
Nicht nur das Cloud-Business, auch das Geschäft mit dem Bau und Betrieb von Rechenzentren könnte durch Flash empfindlich beeinflusst werden, so Shetti: "Es gibt eine Blase im internationalen Rechenzentrumsbau, und Flash wird dies deutlich machen." Der Hauptgrund hierfür ist laut Shetti der geringe Platz-, Strom- und Kühlungsbedarf der neuen Flash-basierten Geräte. HP beobachte bereits jetzt einen Rückgang des Tempos beim Ausbau der Rechenzentrumsfläche. Er glaube, so Shetti, dass die RZ-Fläche in Zukunft sogar wieder schrumpfen könnte. (hjm)

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