Britische Navy und GE Money Bank verlieren Daten

21. Januar 2008, 12:54
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Britische Navy verliert persönliche Daten von 600'000 Rekruten von Marine und Luftwaffe während die GE Money Bank seit Oktober ein Backup-Tape mit den Daten 650'000 Kreditkarten-Kunden nicht mehr findet.

Britische Navy verliert persönliche Daten von 600'000 Rekruten von Marine und Luftwaffe während die GE Money Bank seit Oktober ein Backup-Tape mit den Daten von 650'000 Kreditkarten-Kunden nicht mehr findet.
Am 9. Januar wurde aus einem Wagen eines Offiziers der britischen Navy in Birmingham ein Laptop gestohlen. Darauf befanden sich die persönlichen Daten von 600'000 Personen, die sich für den Dienst in der britischen Navy, bei den Marines oder der Air Force interessiert hatten. Auf dem Laptop befanden sich Passinformationen, Versicherungsnummern, Familiendetails, die Adressen von Ärzten und Krankenversicherungsnummern.
Unabhängig davon gingen offenbar auch noch ein paar hundert Dokumente verloren, die Daten wie Passkopien, Bankverbindungen, Adressen, Geburtsdaten und vieles mehr von Leuten, die Unterstützung beantragt hatten, enthielten. Die Papierdokumente wurde von einem Autofahrer an einem Verkehrskreisel gefunden.
Verteidigungsminister unter Druck
Der britische Verteidiungsminister gab den Datenverlust erst vergangenen Freitag bekannt. Man nehme die Sache "äusserst ernst" und habe bereits die Banken der Personen, deren Bankverbindungen verloren gegangen waren, vor betrügerischen Aktivitäten gewarnt.
In der britischen Presse sind nun Befürchtungen laut geworden, dass die persönlichen Daten der Navy-Anwärter Extremisten in die Hände fallen könnten und besonders muslimische Interessenten gefährdet sein könnten.
Der britische Verteidigungsminister Des Browne wird sich heute gegenüber dem Parlament zu den zwei neuen Fällen von Datenverlusten äussern müssen. Interessanterweise geht aus den britischen Medienberichten nicht hervor, ob die Daten auf dem gestohlenen Laptop verschlüsselt waren oder nicht.
GE Money verliert Band mit Daten von 650'000 Kunden
Etwas weniger dramatisch aber ähnlich gross ist ein Fall von Datenverlust, der letzte Woche in den USA publik wurde. Und zwar ging im spezialisierten Rechenzentrum 'Iron Montain' vergangenen Oktober ein Backup-Band, das Daten von 650'000 Kunden von bis zu 100 Einzelhändlern enthält, spurlos verloren. Das Band stammt vom Kreditkartenanbieter GE Money und enthält unter anderem auch die in den USA sehr wichtigen Social-Security-Nummern von 150'000 Menschen. Bis heute geht man nicht davon aus, dass das Band gestohlen worden ist.
GE Money hat allen betroffenen Kreditkarteninhabern einen Brief geschrieben und sie gewarnt, dass ihre Daten nicht mehr sicher sein könnten. Die Bank werde die Konten der Kunden überwachen, um Missbrauch sofort festzustellen. Jenen Kunden, deren Social-Security-Nummer auf dem Tape waren, bezahlt die Bank die Überwachung ihrer Kreditkartentransaktionen für ein Jahr.
Anbieter von Software für die Verschlüsselung von Laptop-Harddisks und Backup-Medien stehen offenbar vor goldenen Zeiten. (Christoph Hugenschmidt)

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