BT setzt auf BYOD und China

23. September 2013, 07:28
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Bring Your Own Device braucht stärkere Netzwerke, China wächst überproportional – und dank Dolby werden Telefonkonferenzen angenehmer, sagt BT Global Services.

Bring Your Own Device braucht stärkere Netzwerke, China wächst überproportional – und dank Dolby werden Telefonkonferenzen angenehmer, sagt BT Global Services.
Bring Your Own Device(BYOD) ist für den ICT-Outsourcing-Anbieter BT Global Services eines der ganz heissen ICT-Themen. Zusammen mit Cisco hat BT deshalb bei Vanson Bourne eine weltweite Studie dazu in Auftrag gegeben und legt nun die Resultate vor. Eine Haupterkenntnis: 84 Prozent der befragten Unternehmen stellen fest, dass mit BOYD der Bedarf an Netzwerkbandbreite massiv steigt. Steht nicht genug Netzwerk-Power zur Verfügung, kommt es zu Verzögerungen beim Einloggen (von 46 Prozent der befragten Mitarbeiter bemängelt), und die Dienste laufen "langsamer als früher" (39 Prozent).
BYOD im echten Leben
Ganze 76 Prozent hielten fest, ihr Unternehmen müsste deshalb zusätzliche Massnahmen ergreifen, damit die durchaus existierenden Produktivitätsvorteile von BYOD auch wirklich zum Tragen kämen. Schuld am explodierenden Bandbreitenbedarf sind laut BT vor allem Tablets – ein Tablet verursache typischerweise zehnmal so viel Traffic wie ein Smartphone.
Leicht widersprüchlich sind die Details zur BYOD-Praxis. Während 48 Prozent der Befragten angaben, sie dürften offiziell eigene Geräte bei der Arbeit nutzen und weitere 6 Prozent meinten, sie täten es trotz Verbot, hapert es bei den eigentlich so dringend nötigen stringenten Richtlinien: Bloss in 36 Prozent der Firmen existiert eine formelle BYOD-Policy – obwohl 84 Prozent der IT-Manager vermuten, eine solche würde dem Unternehmen einen Konkurrenzvorteil bringen.
Und nur mit flächendeckendem WLAN-Zugang macht BYOD wirklich Spass. Mit 45 Prozent hat jedoch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer noch gar keinen WLAN-Zugang. Mit ein Grund für solche Defizite, und dies merkt BT nicht nur hinsichtlich WLAN und BYOD an, seien die ständig ausufernd wachsenden technischen Möglichkeiten, Produktoptionen, Lösungsvarianten und so weiter.
BT positioniert sich deshalb als umfassender Dienstleistungsanbieter, der seinen multinational tätigen Kunden die Qual der Wahl abnimmt, im Fall von BYOD mit einer Komplettlösung, die auch Device Management und spezielle Tablet- und Smartphone-Clients in App-Form für diverse Komuinikationsdienste umfasst. Neil Sutton, Vice President Global Services: "Wir sind mehr als nur eine Networking Company." Ein bekanntes Beispiel eines Schweizer BT-Kunden ist Credit Suisse, für die BT das gesamte Netzwerk betreibt. Hier habe ein Vertrag mit BT die früheren komplexen Beziehungen zu 600 Lieferanten ersetzt.
Auf die Frage, was die Kunden zur Geheimdienst-Problematik meinen, gibt sich Neil Sutton erstens fatalistisch und zweitens eher kurz angebunden: "Es hat einige Kunden gegeben, die Besorgnis äusserten. Aber Geheimdienste machen nun mal, was Geheimdienste machen. Wir befolgen einfach die Gesetze, etwas anderes bleibt uns nicht übrig."
Big in China
China sieht BT als sehr wichtigen Wachstumsmarkt. An einer Medienorientierung in Glattbrugg wurde dies durch das Referat von Eliza Kwok, CEO von BT China, klar gemacht. In China, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, steige der Wohlstand im globalen Vergleich am stärksten – man habe schon über 300 Millionen Einwohner aus der Armut befreit und in ein urbanes Umfeld gebracht, und Chinesen seien Weltspitze beim Erwerb von Luxusgütern. Dies ziehe immer mehr Unternehmen aus aller Welt an – China werde zunehmend von der früher üblichen "verlängerten Werkbank" auch zum Forschungsstandort.
So erstellt etwa der Liftbauer Schindler auf 315'000 Quadratmetern ein Entwicklungs- und Produktionszentrum, Novartis investiert seit 2009 eine Milliarde Dollar unter anderem in die Erweiterung seines bestehenden Institute of BioMedical Research in Shanghai, und BT selbst betreibt zusammen mit der Tsinghua-Universitäten ein Forschungslabor für Zukunftstechnologien.
BT ist seit 1985 in China aktiv, zunächst mit einem Sitz in Hongkong, heute mit mehreren Standorten, drei Rechenzentren und einem rund um die Uhr betriebenen Service Center in Dalian, das Kunden aus China, Korea und Japan in ihrer Muttersprache bedient. Kwok: "Wir machen es multinationalen Unternehmen leicht, nach China zu kommen."
Konferenz-Sprachqualität verbessert
In der Telefonie ortet BT einen Rückgang der Sprachqualität durch Kompression des Datenstroms, schlechte Mobilfunkverbindungen und allerlei Nebengeräusche. Neil Sutton: "Wenn man in einer Telefonkonferenz etwa das Wort 'nicht' nicht hört, kann das ziemlich ernsthafte Folgen haben". In Zusammenarbeit mit Dolby Laboratories hebt BT deshalb seinen Audioconferencing-Dienst Meetme auf ein neues Qualitätsniveau: Wer sich mit einem PC-, Mac- oder Mobile-Client in einen Conference Call einloggt und dabei ein Stereo-Headset nutzt, hört die Konferenzteilnehmer künftig nicht mehr zusammengequetscht Mono in der Mitte, sondern schön im Raum verteilt; ausserdem werden viele Störgeräusche effektiv unterdrückt. Das macht, wie in einer Demo zu spüren war, die Telefonkonferenz deutlich angenehmer und verständlicher. Diese Dolby-gestützte Qualitätsverbesserung habe BT für zwei Jahre exklusiv. Das Feature wird Anfang Oktober zusammen mit weiteren, noch geheimen Neuheiten offiziell vorgestellt - inside-it kam in den Genuss einer Vorpremiere für die Medien. (Urs Binder)

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