Büro-Fürrer wird von Lyreco aufgekauft (Update)

10. März 2005, 17:12
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Büro-Fürrer, einer der grössten Schweizer Bürobedarfshändler, wird in den französischen Lyreco-Konzern eingeliedert.

Büro-Fürrer, einer der grössten Schweizer Bürobedarfshändler, wird in den französischen Lyreco-Konzern eingeliedert.
Wie "espace.ch" berichtet, soll die börsenkotierte Zürcher Büro-Fürrer AG von der französischen Lyreco-Gruppe übernommen werden. Büro-Fürrer ist mit 136,2 Millionen Franken Umsatz im letzten Jahr einer der grössten Bürobedarfshändler der Schweiz. Zum Sortiment gehören neben allgemeinen Büroverbrauchsmaterialien auch Kaffeesysteme und ein breites Sortiment von Druckern und IT-Zubehör.
Wie eine Firmensprecherin gegenüber espace.ch erklärte, wird Lyreco die rund 300 Mitarbeitenden der Büro-Fürrer Gruppe weiterbeschäftigen. Der Verkauf sei ausserdem nicht unter finanziellem Zwang erfolgt. Für weitere Informationen verwies sie auf eine heute Abend stattfindende Pressekonferenz.
Auch in der Bürobedarfsbranche herrscht ein Konsolidierungsdruck, ein weiteres Beispiel für die Anlehnung eines Schweizer Players an einen internationalen Mutterkonzern ist zum Beispiel der Verkauf von ARP Datacon an Bechtle.
Büro Fürrer hatte vor zwei Jahren noch rote Zahlen geschrieben, im letzten Jahr aber wieder einen Gewinn (Vor Zinsen und Steuern) von 7,9 Millionen Franken erwirtschaftet.
Mit Lyreco hat sich Büro-Fürrer einem sehr grossen Konzern angeschlossen. Lyreco ist auf dem gleichen Gebiet tätig wie Büro-Fürrer. Der französische Konzern war vor dem Kauf von Büro-Fürrer in weltweit in 19 Ländern präsent, und erzielte 2003 einen Umsatz von 1,44 Milliarden Euro. (Hans Jörg Maron)
Update: Wie an der gestrigen Pressekonferenz noch einmal betont wurde, können alle Angestellten von Büro-Fürrer ihre Stellen behalten und sollen anlässlich der Übernahme sogar einen Treueprämie erhalten. Um die Kontinuität sicherzustellen, leiten die beiden Familienmitglieder Marcel Queloz-Fürrer und Rudolf Max Fürrer weiterhin mit dem bestehenden Management die Geschäfte.
Durch die Anbindung an Lyreco erhofft sich Büro-Fürrer Vorteile im Geschäft mit internationalen Grosskunden sowie beim Einkauf. Die beiden Partner erwarten eine weitere Konsolidierung im Schweizer Büromarkt.
Lyreco wird den Aktionären einen Kaufpreis von 500 Franken pro Aktie offerieren, die Familie Fürrer erhält einen Paketzuschlag von 15,6 Prozent.
Gemäss sda resultiert für Lyreco ein Gesamtpreis von 291,2 Millionen Franken, wovon gemäss "NZZ" 231,2 Millionen an die Familie Fürrer fliessen sollen. Der "Tages-Anzeiger" berichtet allerdings von einem Preis von 105 Millionen Franken, wovon die Familie etwas mehr als die Hälfte erhalten soll.
Die Aktien, die sich im Besitz der Familie befinden, repräsentieren einen Stimmenanteil von 82% und einen Kapitalanteil von 51% des gesamten Aktienkapitals der Büro-Fürrer AG (nach Abzug der eigenen Aktien). (hjm)

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