Bund hat Win-10-Migration (fast) abgeschlossen

1. Oktober 2019, 08:50
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Die 44'000 Arbeitsplätze wurden mehrheitlich migriert. Das Projekt blieb bislang unter Budget, aber ein verlängerter Win-7-Support könnte "sehr teuer" werden.

Die 44'000 Arbeitsplätze wurden mehrheitlich migriert. Das Projekt blieb bislang unter Budget, aber ein verlängerter Windows-7-Support könnte "sehr teuer" werden.
Mit dem IT-Projekt APS2020 wurden die rund 44'000 Arbeitsplätze der Bundesverwaltung modernisiert. Der Support für Windows 7 läuft bald aus und die Migration der Arbeitsplätze des Bundes auf Windows 10 konnte unter der Leitung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) abgeschlossen werden. Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einem Bericht festhält.
Das ursprüngliche Budget belief sich auf 89 Millionen Franken. Das Projekt, das als IKT-Schlüsselprojekt geführt wurde, blieb unter Budget, hält die EFK fest. Acht Millionen Franken des Gesamtkredits seien nicht in Anspruch genommen worden.
Die eigentliche APS-Migration sei zum Revisionszeitpunkt im März de facto abgeschlossen gewesen, so der Bericht. Bereits Ende 2018 sind gemäss ISB 42'163 Arbeitsplatzsysteme auf die Windows-10-Umgebung migriert gewesen. Die Umstellung war bei der FUB und beim EDA bereits abgeschlossen.
Im Rahmen von APS2020 sei auch die Security verbessert worden. Insbesondere der konsequentere Einsatz von AppLocker, der nur noch bewilligte Anwendungen zulässt, trage zu einer generellen Erhöhung der IKT-Sicherheit auf dem Arbeitsplatzsystem bei, urteilt die Finanzkontrolle.
Die Herausforderung bleibe die vollständige Ablösung der Windows-7-Infrastruktur. Denn diese müsse bis zur Migration des letzten Clients parallel mit entsprechenden Kostenfolgen betrieben werden. Als Problem werden Fachanwendungen genannt, die nicht auf die neue Plattform migriert werden könnten.
Verlängerter Windows-7-Support ist "sehr teuer"
Risiken identifiziert die EFK auch bei den kommenden Projekten zur Harmonisierung der Produktionsplattformen. Die Basiskonfiguration des Arbeitsplatzsystemes werde zwar zentral ausgeliefert. Die Leistungserbringer des Bundes würden anschliessend aber Anpassungen vornehmen. Dies sei bedingt durch einzelne Fachanwendungen unvermeidlich.
Zum Programmabschluss von APS2020 werde ein Abbau der bestehenden Ausnahmen angestrebt und dieser sei voranzutreiben, urteilt die EFK. Denn die Kosten von längerfristig bestehenden Ausnahmen, welche den Betrieb von veralteten Betriebssystemen bedingen, müssten von den Leistungsbezügern getragen werden. Benötige man längeren Microsoft-Support für Security-Updates der veralteten Windows-Betriebssystemen könne dies laut ISB "sehr teuer" werden und am Schluss sogar "exorbitant" ausfallen, wobei laut EFK keine näher Quantifizierung erfolgte. (kjo)
(Hinweis: Der Name des IT-Projekts wurde korrigiert.)

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