Bund: Immer höhere Ausgaben für Externe

30. Oktober 2013, 15:28
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Kosten für externe Berater steigen. Ein Viertel des Betrags ohne öffentliche Ausschreibung.

Kosten für externe Berater steigen. Ein Viertel des Betrags ohne öffentliche Ausschreibung.
Der Bund gibt laut einem Bericht des Bundesrates immer mehr Geld für externe Berater aus - insbesondere in der Informatik, wie inside-it.ch schon mehrmals berichtete. Die Bundesverwaltung hat über alle Bereiche hinweg im Jahr 2012 rund 740 Millionen Franken für externe Dienstleistungen ausgegeben. Im Jahr 2009 waren es noch 470 Millionen Franken gewesen.
Informatikexperten gefragt
Zu Buche schlagen in vielen Ämtern Informatikprojekte. Das Finanzdepartement (EFD) hat 2012 für externe Informatikdienstleistungen rund 113 Millionen Franken ausgegeben, das Verteidigungsdepartement (VBS) 95 Millionen Franken.
Auffällig ist ferner, dass die Departemente jeweils am Jahresende und zu Jahresbeginn am meisten für externe Experten ausgeben. Ein Grund dafür ist gemäss dem Bericht, dass die Dienstleistungen häufig auf das Ende einer Berichtsperiode hin zu erfolgen haben.
Die Zahlung erfolge nach erbrachter Leistung. Wegen des Jährlichkeitsprinzips der Kredite würden die Verträge so abgeschlossen, dass die Zahlung entsprechend der Verfügbarkeit der Kredite geleistet werden könne.
Freihändige Vergaben
Der Bundesrat legt die Zahlen im Auftrag des Parlaments offen. Der Nationalrat hatte ein entsprechendes Postulat angenommen. Er wollte wissen, wie viel die Bundesverwaltung für die Aufträge an Experten ausgibt, wie sich diese Ausgaben in den letzten Jahren in den einzelnen Departementen entwickelt haben und wie viele der Mandate öffentlich ausgeschrieben wurden.
Gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht waren im Jahr 2012 insgesamt 256 Vergaben im Umfang von 200 Millionen Franken nicht öffentlich ausgeschrieben. Die öffentliche Ausschreibung ist erst ab einer bestimmten Schwelle vorgeschrieben. Der wertmässige Anteil der freihändigen Vergaben im Verhältnis zu den Gesamtzahlungen hat abgenommen, und zwar von 35 auf 27 Prozent zwischen 2009 und 2012.
Verteidigungsdepartement an der Spitze
Für externe Dienstleistungen am meisten ausgegeben hat im Jahr 2012 das Verteidigungsdepartement (VBS) mit rund 150 Millionen Franken, gefolgt vom Finanzdepartement (EFD) und dem Infrastrukturdepartement (UVEK).
Ob einzelne Dienstleistungsbeschaffungen gerechtfertigt seien, könne nicht summarisch anhand der abgeschlossenen Verträge oder der geleisteten Zahlungen beurteilt werden, hält der Bundesrat fest. Der "optimale Mix" von interner und externer Leistungserbringung hänge von den Aufgaben und den zur Verfügung stehenden Mitteln ab. Würden interne Personalressourcen reduziert, sei bei unveränderten Zielen mit einer Zunahme externer Dienstleistungsbezüge zu rechnen.
Ausgaben wegen Zunahme von Asylgesuchen
Der Bericht listet auch die Entwicklung in den einzelnen Bundesämtern auf und nennt jeweils Gründe für die Zunahme von externen Dienstleistungen. Im Innendepartement etwa beschäftigen die Bundesämter für Statistik (BFS) und für Gesundheit (BAG) am meisten externe Berater, im Justizdepartement steht das Bundesamt für Migration (BFM) an erster Stelle.
Eine markante Zunahme des Betrags für externe Dienstleistungen im BFM zwischen 2011 und 2012 begründet der Bericht unter anderem mit der Zunahme der Asylzahlen in dieser Zeit. Ausserdem habe das Amt vermehrt auf Dienste von externen Übersetzern zurückgreifen müssen, um die stark zunehmende Arbeitslast zu bewältigen. (sda/mim)

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