Bund kauft 100'000 Headsets ein

13. Juni 2016, 07:20
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Wofür braucht der Bund 100'000 ziemlich schicke Headsets?

Wofür braucht der Bund 100'000 ziemlich schicke Headsets?
Letzten Oktober hat Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) "Telefone, Headsets und Webcams, die am PC oder Laptop des Benutzers betrieben werden" können, öffentlich ausgeschrieben. Zudem wurden "Konferenzgeräte gesucht, die ebenfalls an einem Laptop oder PC" zu benutzen sind. In der Kurzbeschreibung der insgesamt 11 Lose spricht die Ausschreibung von 100'000 Headsets und 150'000 "Ersatz-Ohrpolstern". Für diese "Fernsprechkopfhörergarnituren" sind damals zwar "Angebote eingegangen, aber keines der angebotenen Geräte erfüllte die technischen Mindestanforderungen", wie Sprecher Jonas Spirig vom federführenden Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) in einem Mail an inside-it.ch schreibt.
Auftrag an Data Quest
Jetzt ist der Auftrag im Wert von immerhin rund 12,9 Millionen Franken an Data Quest vergeben worden. Die Bundesverwaltung hat dazu "freiwillig" bei mehreren Anbietern erneut Angebote eingeholt, wie es in dem Zuschlag heisst. Der Grundauftrag mit 3'000 Headsets wurde zum Preis von rund 367'570 Franken vergeben, wobei Data Quest eine Option für die Lieferung weiterer 97'000 Stück im Wert von rund 12,5 Millionen Franken hat.
Auf die konkrete Frage, warum der Bund mit seinen etwas mehr als 37'000 Mitarbeitern 100'000 Headsets benötigt, antwortet Spirig, dass "mit dem Zuschlag Geräte über eine Zeitdauer von vier Jahren bezogen werden können. In den während dieser Zeit optional zu beziehenden Mengen wurden Ersatzgeräte mit einkalkuliert, da der Lifecycle solcher Geräte oftmals kürzer ist und bei Mitarbeiter-Fluktuation auch die Hygiene ein Thema ist."
Im Schnitt 130 Franken pro Headset
Ein günstiges Headset ist ab rund 50 Franken zu haben. Die vom Bund bestellten Dinger kosten aber im Schnitt rund 130 Franken. Wir wollten von Jonas Spirig wissen, warum der Bund doch relativ teure Geräte für sämtliche Mitarbeitende braucht. Spirig sagte, der Zuschlag an Data Quest betreffe nur zwei von insgesamt 11 Losen, mit denen verschiedenste Modelle wie kabelgebundene, kabellose, monaurale, binaurale und so weiter abgedeckt würden. Nur in einem der Lose würde die "Highend-Variante" angeschafft, das so genannte Earhook – ein Headset für mobile Worker, wie er mitteilt. Derartige Geräte kämen nur bei wenigen Verwaltungsangestellten zum Einsatz. "Günstigere Modelle sind entsprechend in anderen Losen zu finden", so Spirig. (vri)

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