Bund löst 16 Jahre alte "Zwischenlösung" ab

15. Dezember 2009, 16:04
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Wie lange "leben" Business-Lösungen? Früher ging man von einem normalen Erneuerungszyklus von etwa sieben Jahren bei Business-Anwendungen aus.

Wie lange "leben" Business-Lösungen? Früher ging man von einem normalen Erneuerungszyklus von etwa sieben Jahren bei Business-Anwendungen aus. Doch schaut man gerade bei grossen Organisationen genauer hin, so findet man oft auch ältere Anwendungen. Sehr viel ältere. So stammt FIRE II, eine Oracle-basierende Eigenentwicklung für das Rechnungswesen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) aus dem Jahr 1993, ist also für IT-Verhältnisse geradezu biblische 16 Jahre alt. Dabei war FIRE II - wie wir einem interessanten Bericht im "Eisbrecher", der Hauszeitschrift des Bundesamts für Informatik, entnehmen - auch nur eine "Zwischenlösung".
In einem rund vier Jahre dauernden Projekt wurde FIRE II nun durch eine SAP-Finanzlösung für die Zollverwaltung abgelöst. Diese integriert elektronische Kassen in den rund 240 Zollstellen. In dem grossen Projekt, dass immerhin rund 66'000 Arbeitsstunden beim BIT und deren 50'000 bei der EZV verschlang, wurden Schnittstellen zu 15 Fachapplikationen, die sehr eng mit der alten Lösung verzahnt gewesen waren, neu entwickelt und man ersetzte sehr viele "händische" und mit viel Papierformularen verbundene Prozesse bei den Zollstellen durch einen elektronischen Workflow.
Die Migration wurde am 1. Juli 2009 abgeschlossen und war gemäss "Eisbrecher" erfolgreich. Hoffentlich: Denn der Bund nimmt über die Zollverwaltung und damit über FIRE III immer 23,7 Milliarden Franken für Mehrwertsteuer, Einfuhrzölle, Treibstoffabgaben und LSVA ein. (hc)

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