Bund plant Behördencloud

19. Dezember 2011, 11:07
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Beispielsweise Polizei- oder Steuerdaten in der Wolke.

Beispielsweise Polizei- oder Steuerdaten in der Wolke.
Der Trend zum Cloud Computing beschäftigt zunehmend auch die öffentliche Hand. Die dynamische Verteilung von Ressourcen für Applikationen, Speicher oder Rechenleistung in einem zentralen Rechenzentrum hilft dabei, die Server besser auszulasten. Damit können Kostenvorteile erzielt und Dienste oder Daten flexibler zur Verfügung gestellt werden. Auch die Bundesverwaltung möchte den Schritt in die Wolke machen: Wie die 'SonntagsZeitung' schreibt, soll in einigen Jahren eine sogenannte Behördencloud in Betrieb genommen werden.
Laut einem Projektentwurf des Informatikstrategieorgans des Bundes (ISB), der am vergangenen Freitag in die Konsultation geschickt wurde und der 'SonntagsZeitung' vorliegt, schlägt ein Expertengremium, bestehend aus Vertretern der Verwaltungen sowie der Wirtschaft und Hochschulen, vor, bis Ende 2014 "eine grosse Cloud" in Betrieb zu nehmen, in der Anwendungen und Daten mit "erhöhtem Schutzbedarf" gespeichert werden, so die 'SonntagsZeitung'.
Peter Fischer, oberster Bundes-Informatiker, bestätigte die Pläne gegenüber der Zeitung. "Autorisierte Personen können so jederzeit und von überall auf die Daten zugreifen", sagt Fischer. Das sei viel sinnvoller, als wenn die Daten wie bis jetzt auf unzähligen Rechnern von verschiedenen Behörden abgelegt seien.
Die Behördencloud sei Teil einer umfassenden Cloud-Computing-Strategie, die man bis 2016 verwirklichen wolle, so Fischer. Es geht also um einen "Hort" für besonders schutzbedürftige Daten wie Polizei- oder Steuerdaten - auch von Kantonen, Gemeinden, oder bundesnahen Betrieben. Aus Datenschutzgründen müssen dafür voraussichtlich zuerst rechtliche Grundlagen angepasst werden.
Noch nicht bestimmt ist, ob die Behörden das Rechenzentrum selber betreiben wollen oder auch private RZ-Anbieter zum Zuge kommen werden. Gemäss Fischer sind beide Optionen möglich. (mim)

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