Bund reagiert auf IT-Debakel

30. April 2014, 09:13
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Pool von Projektleitern soll für Ordnung sorgen.

Pool von Projektleitern soll für Ordnung sorgen.
Damit grosse Informatikprojekte beim Bund künftig besser geführt werden, wird innerhalb der Bundesverwaltung ein Pool von Projektleitern für ICT-Schlüsselprojekte aufgebaut. Der Bundesrat kommt mit diesem Entscheid einer Forderung der Finanzkommissionen nach.
Die Finanzkommissionen und die Finanzdelegation hatten festgestellt, dass nicht nur beim Informatikprojekt Insieme, sondern auch bei anderen grossen IT-Projekten wie etwa FIS Heer "eklatante Mängel bei der Projektführung" bestanden. Diese seien "eine wesentliche Ursache für Verzögerungen im Projekt und erhebliche Mehrkosten" gewesen.
Die Finanzkommissionen forderten deshalb Ende 2012 in zwei gleichlautenden Motionen, einen Pool an Informatikprojektleitern aufzubauen. Mit der Anstellung von erfahrenen Projektleiteren, die in allen Departementen eingesetzt werden könnten, soll eine Wiederholung dieser Debakel vermieden werden. Die Räte stimmten dem Anliegen zu.
Wie der Bundesrat am Mittwoch bekannt gab, soll der Pool von Projektleitern beim Informatiksteuerungsorgan Bund (ISB) realisiert werden. Poolmitarbeitende müssen eine Zertifizierung gemäss der aktuellen Projektführungsmethode Hermes und ausgewiesene Erfahrung in komplexen ICT-Programmen oder -Projekten mitbringen.
Festanstellungen sollen nur auf Grund konkreter Bedürfnisse und budgetneutral erfolgen, heisst es in der Mitteilung des ISB. Mit einer WTO-Ausschreibung soll zusätzlich sichergestellt werden, dass Engpässe durch externe Projektleiter bewältigt werden können.
Wie gross der Pool sein wird, ist noch unklar. Herbert Roth, Leiter ICT-Planung und -Steuerung beim ISB, sagt zu inside-it.ch: "Die notwendige Anzahl wird in der nächsten Zeit bei den Departementen und der Bundeskanzlei ermittelt. Wir gehen heute davon aus, dass in einer ersten Phase eher wenige Festanstellungen erfolgen werden." Es müsse nämlich auch sichergestellt werden, dass diese Projektleiter ständig ausgelastet werden können, so Roth. (sda/mim)

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