Bund standardisiert IT-Arbeitsplätze, bleibt bei Microsoft

27. Juni 2007, 15:27
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Keine Open Source-Pionierrolle

Keine Open Source-Pionierrolle.
Der Bundesrat hat heute in einer Sitzung ein Programm zur Standardisierung der elektronischen Arbeitsplätze in allen Departementen der Bundesverwaltung beschlossen und einen entsprechenden Verpflichtungskredit genehmigt. Die Standardarbeitsplätze sollen mit der nächsten Generation der Büroautomation eingeführt werden und die Umstellung bis spätestens 2011 angeschlossen sein. Mit der Umsetzung des departementsübergreifenden Vorhabens hat der Informatikrat Bund (IRB) das Informatikstrategieorgan Bund (ISB) beauftragt.
Gegenwärtig unterscheiden sich die Arbeitsplätze beim Bund noch teilweise recht stark in ihrer technischen Ausstattung, mit entsprechenden Nachteilen für die Kompatibilität und die Effizienz ihrer Betreuung. Mit der Standardisierung soll einerseits das entsprechende Sparpotential genutzt und andererseits die Qualität und Integration der Arbeitsplätze verbessert werden.
Wie uns Dieter Klemme, der Programmmanager des Programms "Büroautomation Bund" (BA Bund) beim ISB erklärte, soll die Definition der Softwareausstattung der Standardarbeitsplätze noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. (Die Hardware ist vom Programm nicht betroffen.) Im nächsten Jahr sollen die ersten Arbeitsplätze und wahrscheinlich 2009 die Hauptmasse der Clients umgestellt werden.
Gemäss Klemme sollen pro Einsatzgebiet ein bis zwei Standardprodukte vorgeschrieben werden. Dabei werde ein "Schalenmodell" angewendet. Software, die von allen gebraucht wird, wie das Betriebssystem, wird in einer äusseren Schale für alle gleich sein. Innerhalb dieser Klammer wird die Standardisierung je nach Departement in weiteren Schalen unterschiedlich weit getrieben, bis hin zu den Fachanwendungen, bei denen die Departemente frei entscheiden können.
Die Grundlage des standardisierten Arbeitsplatzes werden gemäss Klemme weiterhin Produkte von Microsoft und andere proprietäre Softwareprodukte sein. Man beobachte natürlich auch die Entwicklungen auf dem Gebiet Open Source aufmerksam und werde nach dem Abschluss des gegenwärtigen Programms wieder offen für neue Lösungen sein. Gegenwärtig aber sei der Einsatz von Open Source nur punktuell vorgesehen. Man habe beim Bund nicht vor, in dieser Beziehung eine Pionierrolle zu übernehmen und ein flächendeckender Einsatz komme aktuell nicht in Frage.
Auf der Seite der Leistungserbringer, also der Betreuer der IT und der Arbeitsplätze, dürfte die jetzige Standardisierung der Arbeitsplätze gemäss Klemme für die nächsten zwei, drei Jahre nicht mit einer weiteren Konsolidierung einhergehen. Dies zu Prüfen gehöre aber auch nicht zum Auftragsumfang des vorliegenden Programms. (Gegenwärtig gibt es beim Bund vier Leistungserbringer für Büroautomation: EDA und VBS betreuen ihre Clients selbst, das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) versorgt die restlichen Departemente, ausser dem EVD, das seine Bürokommunikation an IBM ausgelagert hat.) (Hans Jörg Maron)

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