Bund stellt Storage-Weichen

13. Mai 2013, 10:12
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EMC, HDS, NetApp und Infoniqa SQL gewinnen Rahmenverträge bis 2018.

EMC, HDS, NetApp und Infoniqa SQL gewinnen Rahmenverträge bis 2018.
Der Bund hat vor fast einem Jahr, im letzten Juli, eine offene funktionale WTO-Ausschreibung lanciert, um im Storage-Bereich einige grundsätzliche Entscheidungen für die nächsten Jahre zu treffen. Hauptziel war einerseits die Beschaffung neuer Storage-Technologien sowie andererseits eine Senkung der Kosten. Durch die in vier Lose aufgeteilte Ausschreibung des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) sollen Produktentscheide für die ganze Bundesverwaltung getroffen und die Beschaffung der gewählten Produkte über langfristige Rahmenverträge sicher gestellt werden. Die innerhalb der Lose gewählten Produkte sind als zukünftiger Standard vorgesehen, wie es in der Ausschreibung heisst. Die mit den Gewinnern abgeschlossenen Rahmenverträge gelten bis Ende 2018.
Bei der Prüfung der Offerten liess sich das BBL einige Zeit: Die Zuschläge erfolgten erst am 28. März dieses Jahres. Da mittlerweile die Rekursfrist abgelaufen ist, stehen die Gewinner nun fest: Es handelt sich um die Schweizer Niederlassungen der bekannten Storage-Anbieter EMC, HDS und Netapp sowie den Zuger IT-Dienstleister und Storagespezialisten Infoniqa SQL. EMC gewann den Zuschlag für das Los Fibre-Channel-Storage ohne Mainframe, HDS das Los Fibre-Channel-Storage mit Mainframe, NetApp das Los IP-Storage und Infoniqa SQL das Los für den Backup-Bereich und die dazugehörigen Disk-Devices.
(Wahrscheinlich) Millionenaufträge
Wie gross das Auftragsvolumen für die vier Anbieter werden könnte, ist allerdings schwer zu sagen. Mit den vier Gewinnern wurden Rahmenverträge ohne zugesicherte Mindestbezugsmenge abgeschlossen. Andererseits könnten die Gewinner auch ausserhalb ihrer Lose zum Zug kommen, da die eigentlichen Beschaffer, die jeweiligen IT-Leistungserbringer der Bundesverwaltung, weiterhin eine gewisse Wahlfreiheit haben. Aufgrund dieser Multivendorstrategie entstehe für die Bundesverwaltung der Vorteil der freien Beschaffung für alle Storage-Bereiche über die Lose hinweg, heisst es in den Zuschlägen.
Und zudem lagen auch die Preise der eingegangenen Angebote für die vier genannten Lose aufgrund der gewählten "funktionalen" Ausschreibung weit auseinander, und in den Zuschlägen wird nicht verraten, wie hoch die Offerten der Gewinner waren. Bei einer "funktionalen" Ausschreibung, so erläuterte uns Jonas Spirig von der Kommunikationsabteilung des BBL, verzichtet die Beschaffungsstelle auf eine konkrete Beschreibung der zu beschaffenden Leistung. Stattdessen werden nur die Ziele vorgegeben, die man damit erreichen will. Diese Art der Ausschreibung könne insbesondere zur Suche nach neuen Lösungen, Lösungswegen oder Vorgehensweisen oder bei anderen komplexen Beschaffungsvorhaben eingesetzt werden.
Durch die blosse Vorgabe eines Ziels soll die Innovationskraft und Kreativität der Anbieter bei der Suche nach Lösungen genützt werden. Andererseits kann dies eben auch zu sehr grossen Differenzen bei den Offerten führen, je nachdem welche Lösung vorgeschlagen wird. Dies war auch bei dieser Storage-Ausschreibung ganz offensichtlich der Fall. Die eingegangenen Angebote reichten beim Los Fiber-Channel-Storage inkl. Mainframe von 1,55 bis 6,5 Millionen Franken, bei Fibre-Channel-Storage ohne Mainframe von 4,75 bis 16 Millionen Franken, bei IP-Storage von 4,95 bis 22,2 Millionen Franken und beim Backup-Los von 4,9 bis 21,2 Millionen Franken. (Hans Jörg Maron)

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