Bund will Roboter und Drohnen für nuklearen Notfall

25. Juni 2018, 12:32
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Die Schweiz sei gegen die Bedrohung durch Radioaktivität ungenügend gerüstet, findet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) und will deshalb Roboter anschaffen, die im Ernstfall radioaktive Quellen beseitigen könnten.

Die Schweiz sei gegen die Bedrohung durch Radioaktivität ungenügend gerüstet, findet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) und will deshalb Roboter anschaffen, die im Ernstfall radioaktive Quellen beseitigen könnten. Auch der Einsatz von Drohnen werde geprüft. Dies sagte Babs-Direktor Benno Bühlmann gegenüber 'Radio SRF'.
Zwar könne die Schweiz bei einem atomaren Notfall Roboter aus Deutschland ausleihen. Doch eine genaue Analyse der Vereinbarung zwischen den Einsatzorganisationen der Schweiz und deutschen Partnerstellen habe gezeigt, dass es viel zu lange dauern würde, bis diese in der Schweiz verfügbar wären, sagte Kurt Münger, Kommunikationschef beim Babs.
Deshalb will der Bund nun eigene Roboter anschaffen und hat eine entsprechende Ausschreibung publiziert. Konkret hat er den Kauf von drei unterschiedlich grossen Robotern öffentlich ausgeschrieben. Die sogenannten Fernlenkmanipulatoren seien fähig, die radioaktive Quelle zu messen, zu lokalisieren und in einem sicheren Behältnis zu bergen.
Die Beschaffung der technisch anspruchsvollen Ausrüstung ist auf Ende November geplant. Danach folgen Schulungsmassnahmen für das Personal, organisatorische Aufgaben sowie logistische Vorkehrungen zum Beispiel für den Transport. Dies dauere einige Monate, sagte Münger. Betriebsbereit seien die Roboter im Jahr 2019.
Marktkenner schätzen die Kosten gemäss dem 'SRF'-Bericht auf zirka eine Million Franken. Das konnte der Babs-Sprecher so nicht bestätigen. Die Ausschreibung laufe nach Verfahrensgrundsätzen der WTO. Ein solches Verfahren ist für Ausschreibungen in der Höhe von mehr als 230'000 Franken vorgeschrieben.
Der Bund prüft derzeit auch den Einsatz von Drohnen. Sie sollen die Radioaktivität messen, sollte in der Schweiz plötzlich eine grosse Fläche verseucht sein. Die Anschaffung von Drohnen sei aber noch nicht ausgeschrieben, betonte Münger. Dazu führe das Babs noch technische sowie kommerzielle Vorabklärungen. (sda/kjo)

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