Bundesanwaltschaft gibt Suche nach Ruag-Angreifern auf

27. August 2018, 09:19
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Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat das Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Cyberangriff vom Januar 2016 auf den Rüstungskonzern Ruag sistiert. Die Täterschaft habe nicht eruiert werden können, sagte Informationschef André Marty gegenüber 'Radio SRF'.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat das Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Cyberangriff vom Januar 2016 auf den Rüstungskonzern Ruag sistiert. Die Täterschaft habe nicht eruiert werden können, sagte Informationschef André Marty gegenüber 'Radio SRF'.
Zweieinhalb Jahre lang hat die Bundesanwaltschaft (BA) ermittelt wegen wirtschaftlichem Nachrichtendienst, also wegen Spionage gegen die Ruag-Angreifer.
"Der Grund dafür ist, dass die Täterschaft, respektive deren Aufenthaltsort unbekannt geblieben sind. Das heisst, wir konnten die Täterschaft nicht eruieren", kommentierte BA-Sprecher Marty die Sistierung.
Schweizer Medien hatten damals spekuliert, es gebe deutliche Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag von Russland ausging. Offiziell bestätigen will das aber niemand, Marty sagte lediglich: "Ganz grundsätzlich und nicht direkt bezogen auf ein konkretes Strafverfahren kann man sagen, dass natürlich bei dermassen komplexen Realitäten meistens nur staatliche Akteure in Frage kommen: Das kostet zu viel Geld, das Know-How ist nicht vorhanden - das ist in der Regel staatliches Hacking."
Rechtshilfe macht "wenig Sinn"
Erfahrungsgemäss bittet die Schweiz bei politischen Delikten wie Spionage mögliche Täter-Staaten gar nicht erst um Rechtshilfe. Marty lässt offen, ob die Schweiz Russland oder andere Staaten um Hilfe gebeten hat – er sagt aber: "Rechtshilfe macht dann Sinn, wenn ich davon ausgehen darf, dass eine Behörde im Ausland auch ein Interesse daran hat, meine Fragen zu beantworten. Sonst macht das relativ wenig Sinn."
Der Fall Ruag also bleibt ungeklärt – nur wenn neue Beweise auftauchen, könnte die Bundesanwaltschaft das Verfahren wieder aufnehmen.
Vor rund einem Jahr hatten Hacker auch das VBS und das EDA angegriffen. Auch in diesem Fall verdächtigen Fachleute Russland. Die Bundesanwaltschaft kam auch in diesen Fällen nicht weiter bei den Ermittlungen und hat auch diese Verfahren sistiert. (sda/hjm)

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