Bundeskanzlei soll den Bund digitalisieren

29. Juni 2016, 15:13
  • e-government
  • strategie
  • iam
image

Elektronische Geschäftsverwaltung GEVER wird bundesweit durch die Bundeskanzlei eingeführt. Die Software wird zum Standarddienst unter der Verantwortung des ISB.

Die Elektronische Geschäftsverwaltung GEVER wird bundesweit durch die Bundeskanzlei eingeführt. Die Software wird zum Standarddienst unter der Verantwortung des ISB.
Ende 2015 hat der Bundesrat die Strategie der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) des Bundes 2016-2019 verabschiedet. Seit 1. Jänner 2016 ist diese in Kraft. Nun liegt der erste Masterplan zur Strategie vor. Dieser legt die Umsetzungsschwerpunkte für die Jahre 2016 und 2017 fest. Der Bericht wurde heute mit ergänzenden Informationen publiziert und gibt den Planungsstand April 2016 wieder.
GEVER wird neu zentral geführt
Der Bundesrat hat zudem heute beschlossen, dass die elektronische Geschäftsverwaltung GEVER künftig zentral geführt werden soll. So sollen weitere Synergien genutzt und Kosten gespart werden, schreibt das EFD. Unter der Leitung der Bundeskanzlei (BK) soll mit dem Programm "Einführung und Realisierung GEVER Bund" in der Bundesverwaltung bis Ende 2018 die elektronische Geschäftsverwaltung flächendeckend eingeführt werden. Leistungserbringer ist das ISCeco im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).
Dienste, die "die Verwaltungseinheiten des Bundes in gleicher oder ähnlicher Funktionalität und Qualität benötigen", werden zentral geführt. Für die Führung dieser sogenannten IKT-Standarddienste ist das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) zuständig. Aktuell gehören etwa die Datenkommunikation, Verzeichnisdienste oder die Identitäts- und Zugangsverwaltung (IAM) dazu.
Das ISB wird nun beauftragt, in Abstimmung mit dem Programm GEVER Bund, den IKT-Standarddienst GEVER organisatorisch aufzubauen und dessen Führung zu planen. Durch eine bundesinterne Kreditverschiebung werde der Aufbau dieses Programms haushaltsneutral erfolgen.
Identitätsmanagement wird endlich beim ISB zentralisiert
Der bestehende Standarddienst IAM (Identitäts- und Zugangsverwaltung) soll erweitert werden, wie es in der Mitteilung heisst. Seit dem 1. Januar 2015 führt das ISB einen Teil der bereits bestehenden IAM-Leistungen zentral als IKT-Standarddienst IAM Version 1. Es sei untersucht worden, wie die verschiedenen dezentral eingesetzten IAM-Lösungen der Bundesverwaltung zum bestehenden Standarddienst hinzu und zu einem abgestimmten Gesamtsystem zusammengeführt werden können.
Das ISB hat daraufhin in Zusammenarbeit mit den Departementen und der Bundeskanzlei den erweiterten Standarddienst IAM erarbeitet. Dieser wurde heute vom Bundesrat verabschiedet und soll bis 2020 umgesetzt werden. Wie das EFD schreibt, trage der erweiterte IKT-Standarddienst IAM zur besseren Sicherheit der Daten und Anwendungen bei. Zudem sollen Angriffe auf die Bundesverwaltung oder ihr nahestehende Verwaltungseinheiten erschwert, Schäden früher erkannt und minimiert werden.
Auch CMS wird vereinheitlicht, aber erst später
Content Management Systeme (CMS) zur Bewirtschaftung von Webauftritten würden sich grundsätzlich als IKT-Standarddienste eignen, so das EFD. In der Bundesverwaltung sind derzeit verschiedene CMS-Produkte im Einsatz, die zusammengeführt werden müssten. Eine Abklärung des EFD habe aber ergeben, dass es aktuell "aus beschaffungsrechtlichen und wirtschaftlichen Gründen" nicht sinnvoll sei, das CMS als IKT-Standarddienst zu führen.
Der Bundesrat hat somit beschlossen, auf die Einführung eines IKT-Standarddiensts CMS zu verzichten, bis die bestehenden Lösungen amortisiert sind. Bis dahin soll das ISB eine Strategie und Massnahmen erarbeiten, um für den nächsten Produktlebenszyklus mögliche Einsparungen aufzuzeigen. Ziel sei es, spätestens im Jahr 2023 auf eine bundesweit einheitliche Lösung zu migrieren und diese als IKT-Standarddienst zu führen.
Der Masterplan
Aufgeteilt sind die Schwerpunkte der Strategie in die drei Stossrichtungen "Geschäftsausrichtung," "Steuerung und Führung der IKT" sowie "Erbringung der IKT-Leistungen." Insgesamt sind im vorliegenden Bericht, der den Planungsstand April 2016 wiedergibt, rund 20 sogenannte Meilensteine aufgelistet, wobei fünf davon aus der Planungsperiode 2012-2015 übernommen wurden.
In der Stossrichtung Steuerung und Führung sollen insbesondere das IKT-Management, die Planung und Architektur optimiert werden, wie es im Bericht heisst. Schwerpunkte im Bereich Geschäftsausrichtung bilden die Erarbeitung einer IKT-Sourcing-Strategie, die Gesamtplanung der Standarddienste und die Optimierung von Beschaffungsprozessen, schreibt das Eidgenössische Finanzdepartement. Die Stossrichtung Erbringung der IKT-Leistungen werde mehrheitlich durch bereits gestartete Aktivitäten zur Umsetzung des Rechenzentren-Verbundes ("Campus") geprägt. Hinzu kommen die Erarbeitung einer Strategie für die IKT-Netze des Bundes und die Erneuerung von Regelungen im Bereich der Netzwerksicherheit.
Den vollständigen Bericht "IKT-Strategie des Bundes 2016-2019 Anhang B: Masterplan" gibt es auf der Website des EFD als Pdf. (kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022
image

Bund will die Landwirtschaft digitalisieren

Es geht nicht um VR für Kühe oder digitale Milch, sondern um den Aufbau eines Kompetenzzentrums für digitale Transformation im Agrar- und Ernährungssektor.

publiziert am 18.5.2022
image

Der Bundesrat macht das NCSC zum Bundesamt

Bis Ende Jahr soll klar sein, wie das Bundesamt für Cybersicherheit ausgestaltet und in welchem Departement es angesiedelt sein soll.

publiziert am 18.5.2022
image

Berner Gemeinden wollen digitales Langzeitarchiv

Immer mehr Daten müssen in ein Langzeitarchiv, gerade für kleine Gemeinden ist dies eine Herausforderung. Politiker fordern deshalb den Kanton auf, eine Lösung zu präsentieren.

publiziert am 17.5.2022