Bundesrat ändert Verordnung zu Internet-Domains

15. September 2017, 11:37
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Künftig können .ch- und .swiss-Domains vorsorglich verweigert und auch indirekt an Cybercrime beteiligte Domains gesperrt werden

Künftig können .ch- und .swiss-Domains vorsorglich verweigert und auch indirekt an Cybercrime beteiligte Domains gesperrt werden.
Der Bundesrat zieht die Schraube im Kampf gegen Cyberkriminalität auf .ch und .swiss-Websites an: Im Visier sind künftig auch jene Domain-Namen, die nur indirekt zu Phising-Zwecken oder für die Verbreitung von Malware genutzt werden.
Wird ein Domain-Name zum Beispiel als Köder für Pishing-Versuche genutzt, kann die Website gesperrt werden. Der zu einer potenziell gefährlichen Website führende Datenverkehr kann aus Analysezwecken zu den Behörden umgeleitet werden, damit diese die Opfer identifizieren und Gegenmassnahmen entwickeln können.
Der betroffene Domain-Halter wird von der Registerbetreiberin, aktuell die Stiftung Switch, informiert und aufgefordert innerhalb von 30 Tagen eine gültige Adresse in der Schweiz anzugeben – falls die Benachrichtigung nicht den Schutz von öffentlichen oder privaten Interessen gefährdet. Kann der Halter Identität oder Adresse nicht in der genannten Frist angeben, wird ihm die Domain entzogen.
Domains können vorsorglich verweigert werden
Zudem kann die Zuteilung von .ch und .swiss-Domains prophylaktisch verweigert werden, wenn diese für kriminelle Zwecke genutzt werden könnten. Ebenso kann die Registerbetreiberin sich selbst oder einem Dritten noch nicht vergebene Domain-Namen zuteilen, um Cyberkriminalität zu bekämpfen.
Die Behörden haben bei den .swiss-Domains künftig die gleiche Handhabe wie bei den .ch-Domains. .swiss-Domains können aber weiterhin nur an öffentlich-rechtliche Körperschaften sowie Unternehmen, Vereine und Stiftungen die im Schweizerischen Handelsregister eingetragen sind, vergeben werden. Der Bundesrat erhält die Kompetenz den Kreis der Halter künftig zu erweitern, wenn er dies für angebracht hält.
Die Domain sei als Ergänzung zur .ch-Domain zu einem Schaufenster der Schweizer Unternehmen und Institutionen im Internet geworden, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Eine allgemeine Öffnung würde das aktuelle Image und die derzeitige Position von .swiss sowohl national als auch international gefährden.
Die Verordnungsänderungen treten am 1. November in Kraft. Eine Vernehmlassung wurde dazu nicht durchgeführt. Auf der Website des BAKOM finden sich sowohl die ursprüngliche Verordnung als auch die Änderungen. (sda / ts)

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