Bundesrat geht bei Cyber Security zu wenig weit, kritisieren Verbände

17. Juli 2018, 12:20
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ICTswitzerland, Asut und Swico wünschen sich mehr Mut vom Bundesrat in Sachen Cyber-Sicherheit.

ICTswitzerland, Asut und Swico wünschen sich ein schnelleres Vorgehen und mehr Mut vom Bundesrat in Sachen Cyber-Sicherheit.
Bekanntlich will der Bundesrat ein nationales Kompetenzzentrum für Cyber Security aufbauen und einen "Mr. Cyber" ernennen. Bereits Anfang Monat äusserte die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) in einem offenen Brief Kritik, wie inside-it.ch berichtete. "Die Richtung stimmt, doch das Vorgehen ist zu zögerlich und die Massnahmen sind ungenügend", schrieb die Akademie.
Nach der Wissenschaft äussert sich nun auch die Wirtschaft zum Vorgehen des Bundesrats bei der Cyber-Sicherheit. Den IT-Verbänden gehen die Massnahmen zu wenig weit. Insbesondere zwei Punkte werden kritisiert, schreibt die 'NZZ'.
Zum einen wird bemängelt, dass der neue "Mr. Cyber" keine Weisungsbefugnis erhält. "Ein Kompetenzzentrum, das nichts zu sagen hat, bringt es nicht", sagt Swico-Geschäftsführer Jean-Marc Hensch der Zeitung.
Zum anderen würden die Details der neuen Stelle erst Ende Jahr vorliegen. Damit würden 2019 noch keine zusätzlichen personellen und finanziellen Mittel bereit stehen. "Angesichts der täglichen Angriffe auf Schweizer Unternehmen dauert das zu lange", sagt Asut-Präsident Peter Grüter zur Zeitung. Der Verband der Telekommunikation (Asut) wünsche sich aufgrund der Verzögerung bei der Umsetzung der Nationalen Cyber Strategie (NCS 2.0) und des Kompetenzzentrums eine temporäre Organisation. Diese könnte sich um die Koordination des Bundes mit Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kümmern, schreibt die 'NZZ'.
ICTswitzerland, respektive eine im Frühjahr gebildete Fachkommission des Verbands, wünsche sich vom Bund möglichst bald Unterstützung im Fall von Cyberangriffen. Dies sei in der NCS 2.0 vorgesehen, bisher würden aber nur kritische Infrastrukturen von der Hilfe des Bundes profitieren. Insbesondere KMU sollten mehr Unterstützung erhalten, so die Forderung der Fachkommission Cybersecurity, in der nicht nur Verbandsmitglieder sondern auch die Security-Spezialisten unter anderem von Microsoft, UBS, Elca und Ispin vertreten sind. (kjo)

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