Bundesrat lässt "Swiss Cloud" prüfen

16. April 2020, 14:40
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Bis Mitte nächsten Jahres will der Bundesrat wissen, ob Bedarf für eine Schweizer Cloud besteht und wie diese umgesetzt werden könnte.

Erst Anfang April 2020 hat der Bundesrat die IKT-Strategie des Bundes bis 2023 sowie den Masterplan zu deren Umsetzung gutgeheissen. Bekanntlich gehört hierzu auch der Aufbau einer Hybrid Cloud für die Bundesverwaltung. Nun geht der Bundesrat noch einen Schritt weiter und lässt eine "Swiss Cloud" abklären.
Unter der Federführung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) soll zusammen mit den Departementen, der Bundeskanzlei, mit den Kantonen sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft geprüft werden, "ob die Schweiz eine eigene Cloud- und Dateninfrastruktur anstreben soll, analog zu europäischen Daten-Cloud-Projekten".
Bis Ende Juni 2021 soll dem Bundesrat eine vertiefte Abklärungen zu Bedarf, Ausgestaltung, Notwendigkeit und Machbarkeit einer "Swiss Cloud" vorliegen. Die Machbarkeitsstudie soll dabei auch den "Handlungsbedarf zur Verbesserung der Datensouveränität und zur Minimierung der Abhängigkeit von internationalen Public Cloud-Anbietern" aufzeigen.
Die Mitteilung verweist darauf, dass die Nutzung öffentlicher Cloud-Dienste neben der Bundesverwaltung und Behörden aller Staatsebenen auch Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft und Forschung betreffe. Alle seien beim Rückgriff auf Public Clouds mit einer grösseren Abhängigkeit von meist weltweit tätigen Anbietern konfrontiert. Dies betreffe sowohl die technologische Abhängigkeit, als auch die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen.
Und genau deshalb soll nun vertieft abgeklärt werden, "ob und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht, damit sowohl die Datensouveränität verbessert wie auch die Abhängigkeiten von den grossen internationalen Public Cloud Service Providern mittel- bis langfristig minimiert werden können".
Zu klären ist also, ob die Schweiz eine eigene Cloud- und Dateninfrastruktur anstreben soll: "Eine solche 'Swiss Cloud' sollte nicht zwingend von einem einzelnen Schweizer Cloud-Anbieter neu aufgebaut und betrieben werden müssen, sondern sich auf vorhandene dezentrale Infrastrukturen von mehreren Schweizer Public Cloud-Providern abstützen können".
Ausserdem soll geprüft werden, inwiefern eine solche Cloud zur Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz wie auch für die Entwicklung und Anwendung von Technologien in den Bereichen Künstliche Intelligenz und sichere Datenhaltung beitragen könne.

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