Bundesrat will in digitale Bildung investieren

5. Juli 2017, 15:47
image

Flexiblere Aus- und Weiterbildung, neue Informatik-Professuren an der ETH: Der Bundesrat lanciert eine 200 Millionen Franken schwere Bildungs­offensive.

Flexiblere Aus- und Weiterbildung, neue Informatik-Professuren an der ETH: Der Bundesrat lanciert eine 200 Millionen Franken schwere Bildungsoffensive.
Der Bundesrat will die digitalen Kompetenzen in Bildung und Forschung unterstützen. Er hat am Mittwoch einen Aktionsplan von Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann mit diesem Ziel abgesegnet.
Wie viel Geld dafür zur Verfügung steht, ist noch unklar. Schneider-Ammann sprach von rund 200 Millionen Franken, die in den Jahren 2019 und 2020 für eine digitale Bildungsoffensive eingesetzt werden sollen. Der Betrag würde nach seinen Abgaben zu zwei Dritteln aus bestehenden Krediten, Reserven oder durch Kompensationen gedeckt.
Über die zusätzlichen Mitteil will der Bundesrat im Herbst entscheiden. Zuvor will er laut Schneider-Ammann eine Gesamtschau vornehmen, die auch die Strategie zum Schutz von Cyberrisiken, den Zusatzbedarf für die Integrationsagenda und die Weiterbildung von Gering-Qualifizierten umfasst.
Wohin die zusätzlichen Millionen konkret fliessen, steht noch nicht fest. In einigen Bereichen des Aktionsplans ist der Bund ohnehin nur beschränkt zuständig. Die Verbesserung der digitalen Kompetenzen von Schülern und Lehrern zum Beispiel ist weitgehend in der Kompetenz der Kantone.
Marktanforderungen sollen berücksichtigt werden
Der Aktionsplan sieht vor, das Bildungssystem den Anforderungen des Marktes anzupassen. Konkret sollen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zusätzlich gefördert werden. So sieht der Bundesrat eine Flexibilisierung vor, so dass Bildungsangebote rascher an neue Entwicklungen angepasst werden können.
Der grösste Teil der zusätzlichen Mittel dürfte aber in den Hochschulbereich fliessen. Ein verstärkter Kompetenzaufbau an den soll unter anderem mit neuen Forschungs-Schwerpunkten mit Bezug auf die Digitalisierung erfolgen. An der ETH sollen 25 neue Professuren im Bereich Informatik und Computer Science geschaffen werden, wie Schneider-Ammann ankündigte. Weiter soll eine Serie nationaler Forschungsprogramme lanciert und ein Impulsprogramm "Fertigungstechnologien" lanciert werden, um die Industrie mit Hinblick auf Industrie 4.0 zu unterstützen.
Die Digitalisierung sei entscheidend, sagte Schneider-Ammann. Wer jetzt den Einstieg finde, habe für die Zukunft vorgesorgt. Darum sei der Bundesrat bereit zu investieren. Grundlage ist der im Januar verabschiedete "Bericht über die zentralen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft". (sda/kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

Genfer Kantonalbank gewinnt erneut im Rechtsstreit gegen IBM

Im jahrelangen Gezanke um einen IT-Vertrag hat die BCGE die nächste Hürde genommen. Nun kann nur noch das Bundesgericht IBM vor der Zahlung von 46,8 Millionen bewahren.

publiziert am 25.11.2022
image

Bazl übernimmt EU-Drohnenregeln

Mit den neuen Drohnen-Regeln will der Bund unter anderem die Privatsphäre der Bevölkerung schützen. Insbesondere im Kanton Zürich wartete man schon lange auf verbindliche Regeln.

publiziert am 25.11.2022
image

Aargau migriert die SAP-Basis für 10 Millionen Franken in die Cloud

Der Kanton wechselt von einem On-Prem- in einen Cloud-Betrieb und vergibt den Auftrag für 10 Millionen Franken freihändig an SAP Schweiz.

publiziert am 25.11.2022
image

Meteoschweiz braucht viel Data-Know-how

Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie will seine IT-Architektur umstellen und sucht dafür externe IT-Fachleute.

publiziert am 25.11.2022