Business-Software für Kleinfirmen wird gratis

14. Februar 2018, 14:38
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Alles wird gratis: Abacus lanciert zusammen mit Partnern komplettes Business-Software-Paket für Kleinfirmen. Kostenlos und als Cloudlösung.

Alles wird gratis: Abacus lanciert zusammen mit Partnern komplettes Business-Software-Paket für Kleinfirmen. Kostenlos und als Cloudlösung.
"Unsere Restaurants rentieren unterdessen. Wir mussten etwas Neues finden, um Geld auszugeben," flachste Abacus-Chef Claudio Hintermann an einer Medienkonferenz in Zürich. Im Abacus-Gebäude in St. Gallen betreibt der Software-Hersteller zwei italienische Restaurants.
Vorgestellt wurde ein Projekt, das Abacus tatsächlich ziemlich viel Geld kosten wird: swiss21.org nennt sich ein Konsortium von drei Software-Herstellern, darunter Abacus. Ab 1. Mai bietet das Firmenbündnis Schweizer Kleinfirmen kostenlos ein komplettes Paket von Cloud-Lösungen an. Inbegriffen ist die CRM-Lösung Orphy der St. Galler Orphis, die Shop- und Kassenlösung Peppershop von Glarotech sowie die Auftragsbearbeitung, Buchhaltung und Zeiterfassung von Abacus. Das Paket soll als Cloud-Lösung für Kleinfirmen verfügbar werden. Wer die Gratis-Version benützt, kann maximal 2'100 Rechnungen pro Jahr schreiben sowie 2100 Artikel und 2100 Kontakte erfassen. Zugelassen sind bis zu 21 User pro Account.
Ehrgeizige Ziele
Die Ziele des Konsortiums sind hoch gesteckt. Bis 2020 will swiss21.org 50'000 User gewonnen haben. Das wären dann etwa zehn Prozent der Klein- und Kleinstfirmen der Schweiz. Ein Startvorteil wird sein, dass die rund 5000 Nutzer der bisherigen Abacus-Gratisversion AbaNinja automatisch zu Nutzern von swiss21.org werden.
Um wirklich rasch Masse zu gewinnen, müsste die Online-Lösung aber von grossen Playern wie der Post, Postfinance, Raiffeisen, UBS oder CS gepusht werden. Und die Grossbanken müssen Schnittstellen zu der neuen Gratislösungen in ihre E-Banking-Interfaces einbauen, wie sie es mit dem Konkurrenten Bexio vormachen. Bisher konnte das Firmenkonsortium erst die St. Galler Kantonalbank als Partner gewinnen. Mit weiteren potentiellen Partnern sei man im Gespräch, so Hintermann.
Der Datenaustausch zwischen der Online-Software von swiss21.org und E-Banking-Lösungen der grossen Banken sei über File-Upload möglich, so Ursula Beutter. Beutter ist Geschäftsleitungsmitglied von Abacus und Verwaltungsratspräsidentin des Konsortiums.
Finanzierung durch gezielte Werbung?
Die Geschäftsführung von swiss21.org übernimmt die Appenzeller Firma Fasoon. Sie bietet sehr günstige, automatisierte Dienstleistungen für Firmengründungen.
Wie Walter Regli von Fasoon sagte, soll swiss21.org durch Werbemöglichkeiten und Partnerschaften finanziert werden. Obwohl die Plattform über sehr genaue Daten ihrer User verfügt, dürfte es schwierig werden, die Kosten für ein ausgewachsenes KMU-Software-Paket durch Werbung zu finanzieren. Potentielle Partner wie Versicherungen könnten hingegen Kickbacks für neu gewonnen Kunden bezahlen. (hc)
(Interessenbindung: Abacus ist als Gold Sponsor ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)

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