Bussigny ist die erste Schweizer Gemeinde mit Security-Label

20. Januar 2021, 11:25
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Nach einem Audit erhält die Waadtländer Gemeinde das Gütesiegel "Cyber-safe". Für das Pilotprojekt hat Bussigny ihre IT auf den neusten Stand gebracht.

Im Dezember 2019 lancierte der Schweizer Verband für das Gütesiegel der Cybersicherheit (ASLaC) das Label "cyber-safe.ch". Ziel des Labels ist, dass KMU und Gemeinden einfach und kostengünstig eine IT-Sicherheitsprüfung durchführen können. Bei ASLaC beteiligen sich bis jetzt unter anderem der Sicherheitsverbund Schweiz, der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung des Bundes (DTI), das EPFL Center for Digital Trust, die HES-SO Wallis, Vertreter von Wirtschaftsverbänden aus der Romandie und Berufsverbände.
Laut ASLaC beginnt der Prüfungsprozess mit einer Bewertung der IT-Sicherheit der antragsstellenden Organisation anhand von Online-Fragebögen, Netzwerkscans und Phishing-Tests. Danach erfolgen Empfehlungen für erforderliche Massnahmen, sowie eine externe Überprüfung, ob diese umgesetzt wurden.

Alle Aspekte der Cybersicherheit abgedeckt

In einem Pilotprojekt hatten im vergangenen Jahr drei Waadtländer Gemeinden bei dieser Prüfung mitgemacht. Doch nur eine hat bisher den Test bestanden und nun als erste Schweizer Gemeinde das Label "Cyber-safe" erhalten: Bussigny, das knapp 10'000 Einwohner zählt.
Das Label decke alle Aspekte der Cybersicherheit ab, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung: "Scannen der IT-Infrastruktur, WLAN- und Intranet-Netzwerke, Backup-Systeme, Phishing-Antwortrate, allgemeine Ausfallsicherheit etc.". Gemeindesekretär Pierre-François Charmillot sagte gegenüber '24 heures' (Paywall): "Die Wachsamkeit der Mitarbeiter ist ein wichtiger Aspekt, und im Grossen und Ganzen haben sie gut reagiert." Bussigny habe aber auch "in ein paar neue IT-Tools" investieren müssen, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Pilotprojekt auf die ganze Schweiz ausdehnen

Das Pilotprojekt habe den Gemeinden auch geholfen, kritische Sicherheitslücken zu identifizieren, erklärt ASLaC. Beim Bund habe man sich nach den Erfahrungen im Kanton Waadt entschlossen, in Partnerschaft mit dem Schweizerischen Gemeindeverband ein ähnliches Pilotprojekt zu lancieren und rund 15 Gemeinden ebenfalls das Label "Cyber-safe" anzubieten.
"Wir sehen, dass kleinen Kommunen oft das Know-how und die IT-Infrastruktur fehlen, um ihre Daten zu schützen. Wir versuchen, ihnen Lösungen zu empfehlen, aber es kann sein, dass die finanziellen Mittel ein Hindernis für die Umsetzung sind", erklärte Max Klaus vom Nationalen Zentrum für Cybersicherheit NCSC gegenüber '24 heures'. Hier wolle man mit "Cyber-safe" ansetzen.

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