Bye bye Dienstbüchlein

20. Dezember 2007, 08:00
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Fortschritt auch in der Armee.

Fortschritt auch in der Armee.
"Das elektronische Dienstbüchlein könnte in drei bis fünf Jahren eingeführt werden." Dies sagt Roger Ekmann, Chef Personalbewirtschaftung Personelles der Armee (J1), gegenüber inside-it.ch. Heute hat das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitgeteilt, dass die Armee die Einführung des "E-Dienstbüchleins" genauer abklären will. Bei einer im Mai angekündigten. Ein Vorprojekt soll bis Mitte 2008 unter anderem datenschützerische Bedenken ausräumen und die Kosten aufzeigen.
Gemäss Ekmann können die Einführungskosten derzeit noch nicht beziffert werden. Dies vor allem auch deshalb, weil die technischen Spezifikationen nicht festgelegt sind. Schon jetzt ist aber klar, dass das bestehende Dienstbüchlein nicht wie der neue Pass einfach mit einem RFID-Chip, der persönliche Daten enthält, ausgerüstet werden soll. Vielmehr planen die Verantwortlichen eine Kopplung des Dienstbüchleins (das dann kein Büchlein mehr wäre) mit einer bestehenden Karte, die bereits andere persönliche Daten enthält.
Datenschutzrechtliche Bedenken
Dies könnte etwa die Versichertenkarte sein, die Name, AHV-Nummer, Geburtsdatum und Geschlecht enthält und bereits 2009 eingeführt werden soll. 2015 soll zudem das elektronische Patientendossier eingeführt werden. Es könnte durchaus sein, dass in einigen Jahren jeder Bürger eine einzige Karte besitzt, auf der alle wichtigen und persönlichen Daten enthalten sind.
Genau diese Vorstellung beschäftigt seit Jahren die Datenschützer. Für den Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür ist allein die Versichertenkarte ein "potenziell gefährliches Instrument". Auch bei der oben erwähnten Umfrage wurden Vorbehalte gegen das E-Dienstbüchlein im Bereich der Datensicherheit und des Datenschutzes laut. Man befürchtet zudem durch die elektronische Lösung eine steigende Komplexität. (Maurizio Minetti)

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