Bye Bye Gratis-RMA

9. Mai 2008, 14:42
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Bei Also kosten Retouren ab 1. Juni pauschal 50 Franken. Ingram ist der einzige Broadliner, der noch Gratis-RMA anbietet. Doch wie lange noch werden Reseller kostenlos Ware zurückschicken können?

Bei Also kosten Retouren ab 1. Juni pauschal 50 Franken. Ingram ist der einzige Broadliner, der noch Gratis-RMA anbietet. Doch wie lange noch werden Reseller kostenlos Ware zurückschicken können?
Der Emmer Distributor Also teilte Ende April in einem Kundenbrief mit, dass per 1. Juni 2008 eine Gebühr von 50 Franken pro Rücksendung (RMA) eingeführt wird. Wie Also-Chef Marc Schnyder gegenüber inside-channels.ch sagt, mussten Reseller bis anhin nichts für Retouren bezahlen. Doch die Zeiten haben sich geändert: "Die Retouren haben massiv zugenommen."
Schnyder sagt, dass man Reseller, die fast keine Retouren haben, nicht benachteiligen wolle. Deshalb setze Also auf das Verursacherprinzip statt auf Mischkalkulationen. Mit den per Anfang Jahr angepassten Portoregelungen habe man zudem die Portokosten für Pakete bis fünf Kilo gesenkt. Das zeigt, dass der Disti durchaus bereit ist, günstige Konditionen anzubieten. Doch bei Retouren hört der Spass auf.
Nur noch Ingram mit Gratis-RMA
Damit ist Ingram Micro Schweiz der einzige der drei Broadliner, der keinen Rappen für Retouren verlangt. Ingram-Chef Joe Feierabend sagt gegenüber inside-channels.ch: "Bei Ingram bleiben Retouren weiterhin, gemäss den aktuellen AGBs, kostenlos." Markus Ming, Verkaufschef Deutschschweiz und Tessin bei Tech Data, verweist ebenfalls auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wo festgehalten wird, dass bei Retouren mindestens 20 Prozent des Warenwerts verlangt wird, maximal aber 200 Franken.
Bei allen drei Broadlinern kosten DOA-Retouren (Dead on Arrival) nichts. Wenn der Disti selbst schuld ist, müssen Reseller natürlich keine Kosten übernehmen und in vielen Fällen sind die Distis kulant. Fehlt allerdings etwas oder ist der Artikel gar beschädigt, ist wiederum klar, dass der Disti eine Entschädigung verlangen kann. Doch in der Regel ist es eben so, dass Händler im Eifer des Gefechts einen falschen Artikel bestellen und ihn dann später retournieren wollen. Für Distributoren entstehen so enorme Logistik- und Administrationskosten.
Kosten weiterverrechnen
Angesichts des anhaltenden Preisverfalls, Zusatzgebühren für Swico, Suisa und so weiter müssen Distributoren ihre Portokosten genau im Auge behalten. Die Entscheidung des grössten Schweizer Distributors wird deshalb wahrscheinlich Schule machen. Auf Dauer kann es sich ein Distributor nicht leisten, die hohen Logistik-Kosten selber zu tragen. Reseller wiederum sollten nicht davor zurückschrecken, die Zusatzkosten weiter zu verrechnen.
"Der Vorstoss von Also ist sicherlich verständlich – in der heutigen Margensituation sind im Prinzip viele Service-Leistungen nicht mehr aus der Marge zu finanzieren", sagt Feierabend. Der Ingram-Chef spricht von einer Rücklaufquote von 3 bis 4 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Durchschnittswert pro Sendung weiter und die Kosten für Verpackung und Lieferung steigen. "Die Marge ist nicht mehr entscheidend für die Profitabilität. Wichtiger wird mehr und mehr, dass die Zusatzleistungen weiterverrechnet werden können", so Feierabend. (Maurizio Minetti)

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