Bye bye "Simultan" und "Pro-Concept"

1. April 2009, 10:56
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Sage tauft Simultan und Pro-Concept in 'Sage 200' und 'Sage 400' um. Pro-Concept - äh - 'Sage 400' soll stärker in der Deutschschweiz vermarktet werden.

Sage tauft Simultan und Pro-Concept in 'Sage 200' und 'Sage 400' um. Pro-Concept - äh - 'Sage 400' soll stärker in der Deutschschweiz vermarktet werden.
Der britische Software-Konzern Sage verfolgt weltweit die Strategie, erfolgreiche Geschäftslösungen für KMU aufzukaufen. So übernahm Sage in der Schweiz mit Sesam, Winware, WinWay, Simultan und zuletzt die welschschweizer Lösung Pro-Concept gleich einen ganzen "Zoo" von betriebswirtschaftlichen Lösungen. Nun folgt Schritt 2: Die bisherigen Schweizer Produktenamen werden verschwinden. Allerdings sollen entgegen früheren Aussagen die Brands 'Sesam' und 'Winware' bestehen bleiben. Aus Simultan wird nun aber 'Sage 200', aus Pro-Concept 'Sage 400'.
Gemäss Sage-Marketingleiter Andreas Briker, den wir heute auf der Berner ERP-Messe Topsoft trafen, gehe es mit dem gewagten Schritt darum, den Brand des Mutterhauses in der Schweiz zu verankern. Dieser sei - wie Untersuchungen gezeigt haben - in der Schweiz praktisch nicht bekannt. 'Simultan' und 'Pro-Concept' haben, wie Briker sagt, zwar einen gewissen, aber immer noch viel zu tiefen Bekanntheitsgrad.
Pro-Concept-Geschäft in der Deutschschweiz verstärken
Die Mitarbeitenden von Pro-Concept hätten den Schritt "gut aufgenommen", so Briker auf unsere skeptischen Fragen. Man wolle mit dem 'Sage'-Brand das Geschäft mit der welschen ERP-Lösung auch in der Deutschschweiz vorantreiben und habe das Verkaufsteam in Baden aufgestockt. Briker: "Die Firmenkultur in Sonceboz (wo Pro-Concept den Hauptsitz hatte) ist sehr stark. Nun wollen wir in allen unseren Niederlassungen eine 'Sage-Kultur' aufbauen."
Unsere Unterstellung, das Re-Branding von Pro-Concept und Simultan könnte einen langsamen Abschied aus dem Geschäft mit Lösungen für mittelgrosse Firmen und Behörden bedeuten, weist Briker dezidiert zurück. Sage konzentriere sich mit 'Sage 400' auf die vertikalen Märkte, in denen die Lösung bereits gut verankert ist. Dies sind insbesonders die Uhrenindustrie, wo die Lösung ihre Wurzeln hat, Gemeinden und Werke, Anlagenbau und Medizintechnologie / Elektronik. Dass Pro-Concept-Gründer Pierre-Alain Schnegg offenbar im Sage-Boot bleibt und die Leitung der BU 'Upper Medium Business' übernommen hat, scheint uns ein Indiz zu sein, dass es Sage mit der ehemaligen Pro-Concept tatsächlich ernst ist. Selbst in Frankreich wird 'Sage 400' übrigens weiterhin in zwei vertikalen Märkten aktiv - allerdings durch Sage Frankreich - vermarktet.
Auch bei Simultan soll nur der Name verschwinden. Sage positioniert 'Sage 200' einerseits in vertikalen Märkten (Handel, Grosshandel, Heime, Konkursämter), andererseits als Komplettlösung für mittelgrosse Firmen ("Medium Business"), die relativ komplexe Anforderungen beim Rechnungs- und Personalwesen haben. Auch das Geschäft mit Partnern wie Opacc, die 'Simultan' als Modul für das Rechnungswesen an ihre Lösung anflantschen, sei erfolgreich und soll auch unter dem neuen Namen fortgeführt werden, so Briker.
Keine Angaben zu Investitionen
Wieviel sich Sage das Re-Branding der beiden, in der Schweiz doch recht gut etablierten, Lösungen kosten lässt, wollte uns Briker nicht verraten. Dass der Aufbau einer neuen Marke keine billige Sache ist und die Kosten rasch siebenstellig werden, ist alledings auch kein Geheimnis.
Doch Sage geht mit der Umtauf-Aktion von Simultan und Pro-Concept weitere Risiken ein. So wurde vor allem Pro-Concept in der Romandie als spezifisch welschschweizerische Erfolgsstory betrachtet, was vor allem im 'Public'-Markt sicher geholfen hat. Eine weitere Unbekannte scheint uns die Frage, was der Verlust des angestammten Namens bei Mitarbeitenden und Partnern im oberen Marktsegment von Sage auslösen wird. (Christoph Hugenschmidt)

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