Bytes statt Papier: Post will "Post Provider" werden

7. Juli 2014, 13:03
  • telco
  • die post
  • digital
image

Briefe von Unternehmen, die sich der Plattform "E-Post Office" anschliessen, können auf Wunsch elektronisch empfangen und auch gleich archiviert werden.

Briefe von Unternehmen, die sich der Plattform "E-Post Office" anschliessen, können auf Wunsch elektronisch empfangen und auch gleich archiviert werden.
Mit einem neuen Online-Angebot reagiert die Post auf die Konkurrenz aus dem Internet. Mit "E-Post Office" kann ein Kunde selbst entscheiden, ob er einen Brief wie bisher im Briefkasten, in elektronischer Form über die Plattform oder als verschlüsseltes E-Mail erhalten will.
Die Plattform steht im Prinzip ab sofort für alle Schweizer Einwohner offen. Allerdings können sie wohl nur PostFinance-Kunden schon richtig nutzen, da bisher nur PostFinance als Versender bei E-Post Office mitmacht. Die Post hofft aber, dass sich noch viele mehr Unternehmen, die viel Post zu verschicken haben, anschliessen. In Zukunft soll ein Empfänger so beispielsweise entscheiden können, dass er seine Krankenkassenrechnungen elektronisch zugeschickt erhält, die Kontoauszüge der Bank aber weiterhin auf Papier.
Aktuell können auf E-Post Office elektronisch eingegangene Sendungen digital beantwortet, weitergeleitet, verwaltet oder archiviert werden. Empfänger erhalten dafür pro Person fünf Gigabyte Speicherplatz.
Die Post will die Plattform, die sie als "Briefkasten von morgen" bezeichnet, aber auch funktional noch weiter ausbauen. So sollen künftig auch Rechnungen direkt per Mausklick bezahlt werden können. Mit E-Post Office reagiert die Post auf die stetig sinkende Zahl an Briefen. Im ersten Quartal dieses Jahres verteilte die Post 2,4 Prozent weniger adressierte Briefe; bei den unadressierten Sendungen betrug der Rückgang 3,4 Prozent.
Das Geschäft mit Briefen und Werbesendungen bleibe auch in Zukunft ein tragender wirtschaftlicher Pfeiler der Post, versichert das Traditionsunternehmen. Das postalische Kerngeschäft werde aber zunehmend durch hybride Lösungen wie E-Post Office ergänzt und gestützt. Damit decke die Post auch neue Kundenbedürfnisse ab. (sda/hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Talkeasy Schweiz wird liquidiert

Am 14. Dezember 2022 wurde Talkeasy aufgelöst. Der Schweizer Telco war für seine aggressive Kundenbindung bekannt.

publiziert am 27.1.2023
image

Post-Tochter Asmiq steht vor dem Aus

Die IT-Firma für die Zeitungsbranche will per Ende 2023 die Geschäftstätigkeit einstellen. 25 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle.

publiziert am 17.1.2023
image

WWZ übernimmt Databaar

Dabei gehe es um eine geordnete Nachfolgeregelung, sagt der Chef des bisherigen Databaar-Betreibers Stadtantennen AG.

publiziert am 10.1.2023 1
image

Von Hensch zu Mensch: Wenn Monopolisten shoppen

Wurde ja mal Zeit: Das Parlament fühlt den Aktivitäten der Schweizerischen Post auf den Zahn (leider nur fiktiv).

publiziert am 10.1.2023