Cablecom lanciert drei HD-TV-Sender und Gratis-Internet-TV

8. November 2007, 09:57
  • telco
  • strategie
image

In den nächsten Wochen werden die ersten drei HD-TV-Sender aufgeschaltet, ausgebaut wird das Angebort aber frühestens im nächsten Frühjahr.

In den nächsten Wochen werden die ersten drei HD-TV-Sender aufgeschaltet, ausgebaut wird das Angebort aber frühestens im nächsten Frühjahr.
Cablecom lanciert als erstes Schweizer Telekommunikationsunternehmen ein eigenes Gratis-TV-Angebot im Internet. Diese heimische Konkurrenz zu Zatoo wird aber nur den eigenen Internet-Kunden des Kabelnetzbetreibers nur Verfügung stehen. Das System wurde seit Anfang Jahr im Pilotbetrieb getestet und verzeichete bisher gemäss Cablecom bei einem Angebot von neun Kanälen (SF1, SF2, ORF1, Pro7, RTL, MTV, ZDF, Eurosport, Fashion TV) rund 120'000 Zugriffe pro Monat.
Nun soll es "in den nächsten Wochen" mit 20 Kanälen offiziell lanciert werden. Neu dazu kommen zum Beispiel die Sender TSR1, M6, TSI1, Canale 5 und iTV1. Die Bildqualität beim Empfang über das Internet soll einer normalen PAL-Fersehqualität entsprechen und wäre damit gegenwärtig besser als beim allgemein zugänglichen Pendant Zatoo.
Keine weiteren Streichungen im Analogangebot
Das Gratis-Internet-TV dürfte allerdings noch für einige Zeit für Cablecom höchstens ein Nebenschauplatz im Kampf um die Gunst der Fersehkonsumenten bleiben. In seinem Kernbereich, dem Kabel-TV-Angebot, will Cablecom, wie Managing Director Rudolf Fischer an einer Pressekonferenz heute morgen erklärte, in Zukunft sein Angebot an hochauflösenden Kanälen ausbauen, aber nicht mehr auf Kosten des analogen Angebots.
Nach der Ankündigung der Pläne, dafür Sender aus dem analogen Angebot zu streichen hagelte es für Cablecom teilweise heftige Kritik. Diese habe man sich auch selbst zuzuschreiben, meinte Fischer selbstritisch. Man habe damals noch "den hohen Stellenwert des herkömmlichen analogen Fernsehens unterschätzt". Nun spricht Fischer von zwei Konsumentengruppen, den nach 1980 geborenen "digital natives", welche sich in die digitale Welt hineingeboren wurden und den "digital immigrants", die eher an der analogen Welt festhalten. Diese beiden Gruppem wolle man gleichermassen bedienen.
HD-TV auf drei Kanälen
Ab sofort können Kunden bei Cablecom eine Mediabox bestellen, die den Empfang von HD-TV-Sendern ermöglicht. Am 27. November werden dann "Sat.1 HD" und "Pro7 HD" aufgeschaltet, sowie am 1. Dezember später der SRG-Kanal "HD suisse". Eigentlich hätte Cablecom den Sendeplatz von U1 TV im Analogangebot für weitere HD-Angebote nutzen wollen. Noch muss allerdings das Bakom darüber entscheiden, ob Cablecom den Sender nicht doch weiter im Analogangebot behalten muss. Da man wie bereits erklärt keine weiteren Analogsender streichen wolle, so Cablecom, verzichte man daher auf einen weiteren Ausbau des Angebots. Wenn das Bakom zugunsten von Cablecom entscheidet, sollen aber im ersten Halbjahr 2008 zwei oder drei weitere HD-Sender hinzukommen, ansonsten könnte sich die Sache noch weiter verzögern.
Der HD-TV-Service bei Cablecom scheint ausserdem noch nicht ganz ausgereift zu sein. Wie der 'PCTipp' berichtet, werden die Zuschauer anfänglich die Sendungen bis im Sommer 2008 zwar mit normalen TV-Rekordern, aber nicht in hoher Auflösung aufzeichnen können. Auch Teletext funktioniere mit dem HD-Receiver noch nicht richtig. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Swisscom verdient 2022 weniger

Aber das dürften wir eigentlich noch gar nicht wissen. Die Publikation der Geschäftszahlen war ein Versehen.

publiziert am 3.2.2023
image

Talkeasy Schweiz wird liquidiert

Am 14. Dezember 2022 wurde Talkeasy aufgelöst. Der Schweizer Telco war für seine aggressive Kundenbindung bekannt.

publiziert am 27.1.2023
image

WWZ übernimmt Databaar

Dabei gehe es um eine geordnete Nachfolgeregelung, sagt der Chef des bisherigen Databaar-Betreibers Stadtantennen AG.

publiziert am 10.1.2023 1
image

Auch Salt stellt MMS-Dienst ein

Nach Swisscom stellt auch das Telekomunternehmen Salt seinen MMS-Dienst ein. Für das Versenden von Fotos und Videos über das Mobilfunknetz gibt es mittlerweile viel beliebtere Alternativen.

publiziert am 9.1.2023