Canon Schweiz leidet immer noch unter Oracle-Einführung

5. Mai 2008, 15:14
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3,8 Millionen Franken Verlust.

3,8 Millionen Franken Verlust.
Die Schweizer Niederlassung des japanischen Drucker- und Kamera-Herstellers Canon schreibt immer noch Verluste. Wie das Unternehmen vergangene Woche mitteilte, betrug der konsolidierte Jahresverlust von Canon Schweiz letztes Jahr 3,8 Millionen Franken. Damit konnte der Reinverlust von 2006 zwar fast halbiert werden, doch Canon Schweiz leidet offensichtlich immer noch unter der Einführung des ERP-Systems von Oracle. "Die Einführung eines neuen ERP-Systems verursachte vorübergehend einen spürbaren Kostenanstieg, insbesondere bei den Personalaufwendungen", heisst es im Geschäftsbericht. Der Gesamtumsatz stieg um 3 Prozent auf 233,5 Millionen Franken. Die Bruttomarge sank auf 44,7 Prozent.
Die Oracle-Implementierung startete im April 2007 und wurde ein Jahr danach laut Canon-Sprecher Peter Raab "im Prinzip" abgeschlossen. Das "Backlog" müsse zwar noch abgearbeitet werden, doch die Angestellten arbeiten bereits mit Oracle, so Raab gegenüber inside-channels.ch. Was die Einführung von Oracle gekostet hat, wollte das börsenkotierte Unternehmen nicht sagen. Schon vor einem Jahr führte Canon Schweiz den Verlust unter anderem auf die Oracle-Implementierung zurück.
Umsatzrückgang bei CCI
Laut Raab ist der Verlust aber in erster Linie wechselkursbedingt. "Der starke Anstieg des Euro-Wechselkurses wirkte sich nachteilig auf Produktimporte aus dem Euro-Raum gegenüber US-Dollar-basierten Importen aus. Das führte für Canon Schweiz zu einer Verteuerung der Einstandskosten, die im Markt nur teilweise weitergegeben werden konnte, und verursachte eine deutliche Verschlechterung der Bruttomarge", heisst es im Geschäftsbericht. Verschiebungen in den Produktsegmenten und steigende Verbrauchsmaterialkosten hätten die Marge zusätzlich belastet.
Im Bereich Canon Consumer Imaging (CCI), wo der Umsatz von 14,7 auf 12,1 Millionen Franken sank, verzeichnete das Unternehmen "Sättigungstendenzen im Segment der kompakten Digitalkameras und bei den Druckern, wechselkursbereinigte Preiserhöhungen sowie eine generelle Preiserosion im Markt." Bei Canon Business Solutions (CBS) wuchs der Umsatz von 211,5 auf 221,4 Millionen Franken.
2008 will Canon Schweiz wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Massnahmen zur Verbesserung der Bruttomarge und zur Korrektur der Kostensituation seien in Angriff genommen worden. Das Unternehmen beschäftigt momentan zirka 650 Mitarbeitende und wird seit wenigen Monaten von CEO Markus Naegeli geführt. (Maurizio Minetti)

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