Carrier Ethernet 2.0 ist da

24. Februar 2012, 15:30
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Der Erfinder von Ethernet, Robert Metcalfe, und das Metro Ethernet Forum kündigten zusammen Carrier Ethernet 2.0 an.

Im Verlauf der letzten Jahre hat sich Carrier Ethernet als bevorzugte Lösung für breitbandige Standortvernetzung auf dem Markt etabliert. Gestern kündigten der Erfinder von Ethernet, Robert Metcalfe, und das Metro Ethernet Forum zusammen Carrier Ethernet 2.0 an. Nach Aussagen von Robert Metcalfe soll Carrier Ethernet 2.0 die Effizienz und die Benutzerfreundlichkeit des Bezugs von Carrier Ethernet revolutionieren.
Was ist neu?
Statt ursprünglich drei gibt es jetzt acht definierte Services: Jeweils zwei – private und virtual private – für E-Line, E-LAN, E-Tree und E-Access. Wirklich neu ist davon nur der E-Access, der die Problematik der Interkonnektivität der Last Mile löst. Jeder Ethernet-Anschluss bei einem lokalen Provider kann so transparent und standardisiert mit dem Weitverkehrsnetz eines anderen Providers verbunden werden. Man ist nicht mehr darauf angewiesen, dass alle Standorte von einem einzelnen Provider abgedeckt sind. Das standardisierte Ethernet Network-to-Network Interface (ENNI) erlaubt es, lokale Ethernet-Netzwerke lokal, regional, national und international mittels Carrier Ethernet 2.0 zu koppeln.
Erweitert wurden auch die Fähigkeiten der Ethernet Virtual Channels (EVC). Während bisher pro EVC nur ein VLAN transportiert werden konnte, ist es jetzt möglich, mehrere VLANs pro EVC zu übertragen. Carrier Ethernet 2.0 unterstützt dabei mehrere Class-of-Service (CoS), die auch über mehrere Carrier-Netzwerke beibehalten werden. Sie sind Teil der neu eingeführten Service-Attributen.
Dank den Neuerungen verhält sich Carrier Ethernet 2.0 im Grossen und Ganzen wie ein Ethernet LAN und ist genauso pflegleicht, flexibel und kostengünstig.
Neu sind auch die Spezifikationen für die Nutzung von Carrier Ethernet für den Mobile Backhaul, der als Backbone für den Verkehr der Mobilfunkzellen dient. Das stark steigende Datenaufkommen auf den Mobilfunknetzen führt zu massiv erhöhten Anforderungen an den Backbone. Carrier Ethernet hat sich als die kosteneffizienteste und leistungsfähigste Lösung für die mobilen Carrier herauskristallisiert. Jetzt gibt es auch die Standards dafür.
Wem bringt es was?
Unterschiedliche Kunden habe unterschiedliche Anforderungen. Auf diese kann Carrier Ethernet 2.0 eingehen. Zumindest solange die Carrier die Neuerungen denn auch zügig anbieten.
Enterprise-Kunden profitieren von der SLA-definierten, konsistenten Leistungserbringung, die standortunabhängig verfügbar ist. Die weltweite Verfügbarkeit von Carrier Ethernet 2.0 verspricht Kosteneffizienz, geringe Latenz und problemlose Interkonnektivität.
KMUs brauchen nur noch einen Carrier-Ethernet-2.0- Anschluss. Dieser bietet sowohl Zugriff auf das Internet als auch auf gehostete Dienste. Für unterschiedliche Dienste können unterschiedliche SLAs verwendet werden. Firmen mit Niederlassungen in unterschiedlichen geographischen Regionen profitieren auch von der dank voller Interkonnektivität standortunabhängigen Verfügbarkeit von Carrier Ethernet Services.
Mobile Backhaul ist ein Thema, das nur die Mobilfunkbetreiber direkt betrifft. Diese setzen grossteils bereits Carrier Ethernet für den Mobile Backhaul ein. Das war ursprünglich nicht vorgesehen, zeigt aber die Kosten- und Leistungsvorteile von Carrier Ethernet. Die neuen Spezifikationen optimieren Carrier Ethernet auch für den Einsatz und auf die spezifischen Bedürfnisse von Mobilfunkbetreibern. (Christoph Jaggi)

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