Carrier IQ ruft bayerische Datenschützer auf den Plan

6. Dezember 2011, 13:54
  • edöb
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Seit einigen Tag ist Carrier IQ Synonym für Schnüffelprogramm. Dieser angeblich harmlose Sammeldienst für Diagnose- und Nutzerdaten enthält nämlich offenbar eine Keylogger- oder Tastenrekorder-Funktion. Acht Unternehmen, darunter auch Apple und drei Mobilfunkbetreiber, wurden am Freitag vom Bezirksgericht Delaware in einer dritten Sammelklage beschuldigt, wegen des Einsatzes von Carrier IQ gegen mehrere Gesetze zu verstossen, so zum Beispiel gegen den Federal Wiretap Act.
Netzbetreiber und Hersteller schieben sich allerdings gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die von drei Anwaltskanzleien vorgebrachte Sammelklage richtet sich gegen Carrier IQ selbst, gegen Apple, HTC, Samsung und Motorola sowie gegen die Betreiber AT&T, Sprint und T-Mobile.
Was iOS 5 angeht, sollen Apple-Nutzer zwar relativ sicher vor Carrier IQ sein, das Unternehmen habe auch schon versprochen, die Software künftig aus den eigenen Smartphones zu verbannen. Dennoch wurde die Mac-Company jetzt von der bayerischen Datenschutzbehörde zu Carrier IQ befragt, nachdem die Bedenken gegen die Software so weite Kreise gezogen haben. Apple-Sprecherin Natalie Harrison zufolge komme die Software seit iOS 5 in den meisten Geräten gar nicht mehr zum Einsatz. Und wenn Logfiles für die Diagnose von Problemen eingingen, dann nur mit Einverständnis der Anwender. (kh)

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