CeBIT gibt sich neues Konzept

8. März 2010, 10:49
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Die weltweit grösste IT-Messe, die Hannoveraner CeBIT, sieht den Schrumpfprozess gestoppt. Neues Konzept für 2011 - unklare Zukunft für Münchner "Discuss & Discover".

Die weltweit grösste IT-Messe, die Hannoveraner CeBIT, sieht den Schrumpfprozess gestoppt. Neues Konzept für 2011 - unklare Zukunft für Münchner 'Discuss & Discover'.
Die CeBIT habe mit der Ausgabe 2010 'die Erwartungen der Unternehmen deutlich übertroffen,' lobt sich dieselbe in einer Pressemitteilung zum Messeschluss vergangenen Samstag selber. Zahlreiche Unternehmen hätten über Zuwächse von bis zu 30 Prozent bei den Geschäftskontakten berichtet, und während der Messe seien Investitionen mit einem Volumen von über 10 Milliarden Euro "angeschoben" worden.
Konkret: 334'000 Menschen besuchten die um einen Tag verkürzte Messe. Vor einem Jahr waren es total noch 400'000 gewesen. 2009 waren aber 78'000 davon am Messesonntag gekommen, der dieses Jahr wegfiel. Damit vermeldet die Messeleitung einen leichten Besucherzuwachs. Zum Vergleich: Zum Höhepunkt des New-Economy-Hypes 2001 strömten noch 800'000 Menschen in die Hallen der Hannoveraner Messe, mit damals noch über 8000 Ausstellern.
Neues Konzept: "pro", "gov", "lab" und "life"
2011 will die Messe wieder "angreifen", wie Messechef Ernst Raue am Samstag martialisch erklärte. "Angegriffen" wird mit einem neuen Konzept, nämlich der Unterteilung der Messe nach Art der Besuchenden. Künftig wird die Messe in "CeBIT pro" (professionelle Anwender), "CeBIT gov" (Behörden), "CeBIT lab" (Forschung und Universitäten) und "CeBIT life" (Private) strukturiert.
Das Konzept leuchtet für Besucher ein, bringt aber den Nachteil mit sich, dass grosse Anbieter wie etwa HP, IBM oder Samsung an mehreren Orten präsent sein müssen.
Einen Erfolg nannte die Messeleitung die Idee, Firmenanlässe in die Messe zu integrieren. So habe die 'SAP Worldtour' 50 Prozent mehr BesucherInnen angelockt, als der gleiche Anlass letztes Jahr, der ausserhalb der Messe durchgeführt wurde. Ob die positive Einschätzung seitens der Messeleitung gerechtfertigt ist, muss bezweifelt werden, denn SAP wird dieses Jahr auch wieder die Hausmesse Sapphire in Europa, und zwar auch in Deutschland, durchführen.
Aus für Münchner "Discuss & Discover"?
Unklar scheint die Zukunft für die Münchner IT-Veranstaltung "Discuss & Discover", die als Nachfolgeveranstaltung zur ehemaligen "Systems" aufgezogen worden war. "Discuss & Discover" konnte letztes Jahr nur 6000 Besucher anziehen und wird nun in Frage gestellt.
Auf der CeBIT kursierten gemäss dem deutschen Reseller-Magazin 'IT Business' Gerüchte, wonach "Discuss & Discover" gleich ganz eingestellt werde. Die Münchner wollten dies nicht bestätigen und sprachen gegenüber der gleichen Zeitschrift von einem "überarbeiteten Konzept." (hc)
Foto: (c) by Deutsche Messe AG. Messechef Ernst Raue mit ungenannten Helfern.

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