Cebit und die Schweiz: Dann halt 2016

27. März 2014, 14:28
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ICTswitzerland-Präsident Ruedi Noser gibt nicht auf und hofft nun darauf, die Schweiz 2016 als Gastland an die Cebit zu bringen. Die Branche soll 4000 zusätzliche Lehrstellen für Informatik bis 2020 schaffen.

ICTswitzerland-Präsident Ruedi Noser gibt nicht auf und hofft nun darauf, die Schweiz 2016 als Gastland an die Cebit zu bringen. Die Branche soll 4000 zusätzliche Lehrstellen für Informatik bis 2020 schaffen.
Zwei Themen dominierten gestern die Delegiertenversammlung des helvetischen IT-Dachverbands ICTswitzerland am Bison-Hauptsitz in Sursee: Die verlorene Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative sowie die Umgestaltung der Schweizer IT-Branche zu einer Exportindustrie.
Es bestehe die ernsthafte Gefahr, dass IT-Dienstleister die Schweiz verlassen, wenn sie die nötigen Fachleute nicht anstellen können, kommentierte ICTswitzerland-Präsident Ruedi Noser die Abstimmung. "Ich will aber keine Jobs exportieren, sondern Produkte", sagte Noser, der nicht nur Nationalrat, sondern auch IT-Unternehmer ist. Er glaubt allerdings, dass die IT-Branche "mit Selbstbewusstsein" in die Debatte um die Umsetzung der Initiative eingreifen könne. Schliesslich habe ICTswitzerland ja bewiesen, dass die IT-Branche mehr exportiert als Käse- und Schokolade-Hersteller.
Dass die Rekrutierung von ICT-Fachkräften aus dem Ausland schwieriger werden dürfte, wird den Spezialisten-Mangel in der Schweiz verstärken. Die Branche wird sich noch wesentlich mehr anstrengen müssen, selbst für Weiterbildung und Nachwuchs zu sorgen. Jörg Aebischer von ICT-Berufsbildung Schweiz betonte deshalb gestern noch einmal das Ziel, bis ins Jahr 2020 die Anzahl von IT-Lehrstellen um 4000 auf dann 12'000 zu erhöhen.
ICT-Berufsbildung ruft nicht nur die Branche dazu auf, mehr Lehrstellen zu schaffen, sondern investiert auch. So ist ein sehr grosser Auftritt mit über 900 Quadratmetern Fläche an den Berufsmeisterschaften "Swissskills" diesen September geplant. Dafür werden Partner gesucht.
Viele Flieger
Zum Kapitel Export gehört die Cebit-Initiative von ICTswitzerland. Der Verband organisierte einen Pavillon als Schaufenster für Schweizer Hightech-Firmen an der grössten IT-Messse der Welt. Und es gelang, ein A320 der Air Berlin zu einem "Schulreisli" der Branche an die Cebit zu füllen.
Man nehme die stärker gewordene Präsenz der Schweiz an der Cebit in Hannover durchaus wahr, sagte uns eine Vertreterin der Messe am Rande der DV gestern. Noser hält denn auch an seinem "Traum" fest, die Schweiz als Partnerland an der Cebit präsentieren zu können. Mit 2015 hat es nicht geklappt. Nun strebt Noser - unverdrossen wie er ist - das Jahr 2016 an, wie er gestern sagte. Ausserdem will er während der Cebit 2015 täglich einen Charter von ICTswitzerland nach Hannover organisieren. Fest steht: Am 19. März 2015 wird wieder mindestens ein "Noser-Bomber" nach Hannover fliegen.
Budget überschreitet eine Million
Den formalen Teil der Delegiertenversammlung brachte Präsident Noser im TGV-Tempo und mit nordkoreanischen Abstimmungsresultaten hinter sich. Statutenänderung, die Entlassung und Erweiterung des Vorstands und das Budget wurden jeweils ohne Diskussion und zu null genehmigt.
Die Erfolgsrechnung des Verbands, der 2013 übrigens einen kleinen Gewinn von 30'000 Franken erzielt hat, wird 2014 eine Million Franken übersteigen. Der Verband wird einen Risikofonds von 300'000 Franken anhäufen. Damit kann man Projekte stemmen, die auch mal schief gehen können - so etwa die Flugverbindung an die Cebit. (hc)

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