CeBIT: Wo sind denn nur die Schweizer?

6. März 2009, 10:50
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Die CeBIT wird um einen weiteren Tag gekürzt und will gar keine Messe mehr sein.

Die CeBIT wird um einen weiteren Tag gekürzt und will gar keine Messe mehr sein.
Und sie dreht sich doch! Am zweiten und dritten Tag wurde die CeBIT ihrem Ruf als weltweit grösste IT-Drehscheibe endlich gerecht. In den Gängen und auf den Messeständen war richtig was los und die Standcrews hatten alle Hände voll zu tun. Euphorisch verkündete Ernst Raue, Chef der Deutschen Messe:
"It’s all about leads."
Ob die CeBIT 2009 aber das grosse Geschäft wird, bleibt allerdings noch abzuwarten. denn Rekordwerte sind nicht in Sicht. Dafür war der Aderlass bei Ausstellern und Flächen einfach zu gross (minus 20% gegenüber 2008). Geschrumpft wird übrigens auch im nächsten Jahr: Gemäss BITKOM-Präsident Scheer wird auf Wunsch zahlreicher Aussteller die Messe um einen weiteren Tag, den Sonntag, gekürzt.
Aber alles kein Problem, heisst es bei den Organisatoren. Mit Schwarzeneggers Worten "Sieger schauen nach vorn" sieht sich die CeBIT nämlich bereits in einer neuen Rolle. Das angestaubte Messe-Image soll weg. Als "Davos" der ICT-Branche will man Themenfelder wie Green-IT, e-Government, TeleHealth, Netzgesellschaft (Webciety) und Unternehmensprozesse beackern. Promis aus Politik und Wirtschaft zeigten während der ganzen Messe Präsenz und lassen hoffen, dass den Worten auch Taten folgen.
Wo sind denn nur die Schweizer?
A propos "Davos": Wo waren eigentlich die Schweizer dieses Jahr? Haben sie sich ob der Krise ins Alpenreduit zurückgezogen? Zwischen dem ägyptischen Lösungsanbieter, dem kalifornischen Partnerstand, den arabischen Systemhäusern und japanischen Herstellern hätte man fast vergeblich nach dem Schwiizerchrüüz gesucht, wenn nicht an einer grasgrünen Wand ein provokatives "Haben Sie Lust auf Fondüü?" ins Auge gesprungen wäre: Auf der Greenax-Wiese graste friedlich der Büffel von Bison Schweiz. Weshalb dieser an der CeBIT weidete, begründete Flavio Dorizzi, Head of Business Development: "Wir konzentrieren uns sehr stark auf den deutschen Markt", und Heinz Ranner, Leiter Marketing, ergänzt: "Die CeBIT ist einfach nach wie vor die wichtigste IT-Messe."
Ein weiterer Schweizer Aussteller war in einer Randlage in Halle 4 auszumachen. Andreas Balsiger, Organisationsberater von Soreco, etwas frustriert über die periphere Lage: "Nachdem der OSEC-Gemeinschaftsstand im November geplatzt ist, konnten und wollten wir so kurzfristig nicht mehr umdisponieren. Der für die Schweiz reservierte Standort ging in fremde Hände und wir hatten das Nachsehen." Bedeutend wohler fühlt sich hingegen Elvira Rebsamen als Verkaufsberaterin von Polynorm auf dem Semiramis-Stand.
Und wo ist die Krise?
Natürlich ist die Krise auch an der CeBIT das beherrschende Thema. Doch wie es sich für den grössten Marketing-Anlass der IT-Industrie gehört, macht man sich Mut: "Die Verlangsamung der Wirtschaft" lasse sich zur Qualitätssteigerung nutzen und das Aufbrechen traditioneller Strukturen schaffe Raum, um zeitgemässe Prozesse einzuführen. (Christian Bühlmann, Hannover)
(Foto: (c) by Christian Bühlmann. "Jobs zum Mitnehmen" an der CeBIT 2009)

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