CFOs wollen mit Tech-Investitionen Kosten optimieren

12. Mai 2020, 14:47
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Die Corona-Krise veranlasst Finanzchefs, Kosten zu senken. Neben Entlassungen planen sie aber, mehr Geld für Cloud, Robotik und Analytik auszugeben.

Die jüngste Gartner-Umfrage vom 3. Mai 2020 zu den Konsequenzen der Covid-19-Krise zeigt, dass sich die Zahl der Unternehmen, die im Mai und Juni Mitarbeiter entlassen und Gehälter reduzieren werden, seit Ende März mehr als verdoppelt hat. 11% der 161 befragten CFOs haben laut den Analysten bereits im März Personal abgebaut, und 25% planen Entlassungen jetzt.
Auffällig ist allerdings, dass die Finanzchefs bei einzelnen Technologien Optimierungspotential sehen und hier vermehrt investieren wollen.
Begründet werden die Kostensenkungsmassnahmen damit, dass die Finanzchefs noch nicht wüssten, wie sich der Neustart nach der Krise auswirken werde. Zudem könnten sie auch nicht abschätzen, wann sich die Einnahmen wieder normalisieren würden, schreibt Gartner. Deshalb suche man nach weiteren Möglichkeiten die Kostenstrukturen anzupassen.

Cloud spart Geld, glauben die CFOs

Laut Gartner ist jedoch insbesondere eine Anomalie dabei interessant. Denn angesichts der breit angelegten Budget-Kürzungen erwarten die CFOs auch über bestimmte Technologien Kostenoptimierung erreichen zu können. Demnach hätten 24% der CFOs angegeben, vermehrt in robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) zu investieren. 20% wollen die Ausgaben für Cloud-basierte ERP-Technologien erhöhen und 19% mehr Geld für Analysetechnik ausgeben.
Die Krise habe die Art und Weise, wie die Unternehmen ihre Arbeit erledigen, über Nacht verändert, rekapituliert Gartner. Dies habe den schnelleren Umstieg auf Cloud-Angebote zur Folge, erhöhe den Robotik-Einsatz innerhalb der Prozesslandschaften und lasse den Bedarf nach Analysen für eine effektive Planung wachsen. Laut den Marktforschern spiegle sich darin die Erfahrung, dass gut implementierte RPA, Cloud-ERP und Datenanalysen zu umfangreichen Kostenvorteilen führen können.
Der Befund der Gartner-Studie wird auch von den Marktzahlen zum weltweiten Cloud-Business gestützt, die Ende April 2020 von Canalys vorgelegt worden sind. Demnach sind im ersten Quartal dieses Jahres die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturservices um satte 34% auf 31 Milliarden Dollar geklettert. Als Wachstumstreiber nennt auch diese Analyse die Corona-Krise, zumal das Cloud-Business insbesondere vom Umstieg zahlreicher Unternehmen auf Remote-Arbeit profitiert habe.

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