Check Point will verstärkt KMUs schützen

5. Dezember 2016, 14:21
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Schwachstellen seien in der IT nicht zu vermeiden, sagt Check-Point-Country-Managerin Sonja Meindl.

Schwachstellen seien in der IT nicht zu vermeiden, sagt Check-Point-Country-Managerin Sonja Meindl. Sie befindet sich damit im Einklang mit allen Konkurrenten. Natürlich lohnt es sich aus Sicht einer Security-Firma trotzdem, in die Sicherheit zu investieren. Und vor allem wird mit Bedrohungsszenarien argumentiert.
Trojaner wie der neu entdeckte "Gooligan" war eines der Beispiele, welche Check Point Schweiz an einem Medienanlass aufführte. Zudem wurde Malware wie HummingBad und Ransomware unterschiedlicher Ausprägung und unterschiedlich konkretem Schadenspotential genannt. Nicht vergessen ging der Fingerabdruck-Klau bei der US-Behörde OPM, der für Check Point ein Aufruf zum präventiven Handeln ist.
Dabei handle es sich eigentlich um wenige Programme, die aber in vielen, nicht leicht zu erkennenden Varianten kursieren, so Meindl. Sie hielt ebenso fest, das IoT habe das Potential für "grosse Katastrophen", so Meindl. Der "2016 Security-Report" listet denn auch eindrückliche Zahlen auf, wie "89 Prozent der Organisationen nutzten 2015 mindestens eine hochriskante Applikation". Gleichzeitig zeige sich, dass Microsoft als Hauptangriffsziel an Bedeutung verliere, während Open-Source-Produkte, Cloud-Provider und private Mobile Devices, welche oft auch für Businesszwecke eingesetzt werden, in der Hackerhitparade hochsteigen.
Schizophrene KMUs
Die wachsenden Bedrohungen und das auch von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) beklagte gute Geschäft für Hacker, scheint die Stimmung von Securityfirmen zu heben: Fast im Wochentakt laden sie zu Briefings, Webinaren und Hintergrundgesprächen über ihre Produkte.
Dabei ähneln sich die Marktanalysen der Securitybranche: Der Gesetzgeber hinke hintendrein und die Geisteshaltung von Schweizer KMUs in Sachen Security wirkt auf den geneigten Beobachter fast schizophren. Einerseits fühlen sich KMUs nicht genügend geschützt. Andererseits fehlt ihnen das Bewusstsein, was zu tun sei, so Meindl.
Check Point, uns bislang eher als Security-Spezialist für Grossfirmen aufgefallen, interessiert sich nun verstärkt auf die geschätzt 550'000 verunsicherten KMUs der Schweiz. Das Businesspotential ist offensichtlich. Würde eine Security-Firma mit ihren Produkten nur fünf zusätzliche Prozent Marktanteil bei Schweizer KMUs erlangen, so sagte Meindl während des Essens, wäre dies sehr interessant. Offenbar kann man mit Security-Budgets von 20'000 Franken pro Firma rechnen.
Check Point-Chefin Meindl sagte gegenüber inside-it.ch, dass man die KMUs nicht im Direktgeschäft, sondern via Managed Services Provider (MSP) erreichen wolle. Ein Blick in die MSP-Doku des Unternehmens zeigt, dass man neben den hauseigenen Produkten und Experten bei Systemintegratoren, ISPs und Telcos speziell mit einem "Pay-as-you-Grow"-Modell auffallen will. (mag)

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