China: Ausländische Direktinvestitionen übersteigen 100 Milliarden Dollar

17. Dezember 2010, 10:29
  • international
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Nachdem es in den ersten elf Monaten schon 91,7 Milliarden Dollar waren, ist die Volksrepublik China zuversichtlich, im Gesamtjahr 2010 über 100 Milliarden an ausländischen Direktinvestitionen anlocken zu können, teilte das Handelsministerium in Beijing mit.

Nachdem es in den ersten elf Monaten schon 91,7 Milliarden Dollar waren, ist die Volksrepublik China zuversichtlich, im Gesamtjahr 2010 über 100 Milliarden an ausländischen Direktinvestitionen anlocken zu können, teilte das Handelsministerium in Beijing mit. Allein im November sollen 9,7 Milliarden Dollar aus dem Ausland ins kommunistische Reich der Mitte geflossen sein, ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Haupttreiber des Wachstums bezeichnet Ministeriumssprecher Yao Jian den Dienstleistungssektor. Dessen Anteil an den ausländischen Direktinvestitionen sei innerhalb eines Jahres von 40,9 auf 44,9 Prozent in die Höhe gegangen.
Trotz steigender Löhne geht die kommunistische Regierung davon aus, dass die Investitionen in den Servicebereich auf hohem Niveau bleiben werden. Bei aller Freude über wachsende Direktinvestitionen aus dem Ausland treibt die Volksrepublik aber auch die Sorge, dass wegen der Politik des billigen Geldes in vielen Industriestaaten – Stichwort Währungskrieg – viel Spekulationsgeld mitfliesse, womit die Preise für Immobilien und andere Vermögenswerte weiter explodieren könnten. Allein die US-Notenbank will zur Ankurbelung der Wirtschaft bis zu 600 Milliarden Dollar frischen Geldes drucken. Deshalb werde die Regierung genau darauf achten, dass keine ausländischen Direktinvestitionen illegal in Vermögensanlagen fliessen, erklärte Yao.
Zuvor hatte der Ministeriumsprecher auch Zahlen für chinesische Direktinvestitionen im Ausland vermeldet. Demnach beliefen diese sich auf 220 Milliarden Dollar in den vergangenen fünf Jahren. 90 Prozent davon flössen in die Bereiche Dienstleistung, Bergbau, verarbeitende Industrie, Transportwesen, Gross- und Einzelhandel. Hatte China 2003 nur gerade mal 2,8 Milliarden Dollar ins Ausland gepumpt, waren es 2009 schon 56,5 Milliarden Dollar. Laut Statistik des Handelsministeriums haben bis Ende 2009 rund 12'000 chinesische Investoren 13'000 Unternehmen im Ausland mit direkter Investition aufgebaut. Das Gesamtkapital der Unternehmen im Ausland soll schon bei über einer Billion Dollar liegen.
Zurück zu den Investitionen aus dem Ausland: Anfang Dezember hat China die Steuervergünstigungen für ausländische Investitionen abgeschafft. Laut Chinas WTO-Experte He Weiwen entspreche das dem Prinzip von Nicht-Diskriminierung und fairem Wettbewerb. Wörtlich sagte er: "Den WTO-Regeln zufolge sollen alle Unternehmen auf einem Markt gleich behandelt werden. Wenn die chinesischen Unternehmen 25 Prozent Steuern abführen müssen, während von den ausländischen Unternehmen nur 15 Prozent erhoben werden, dann ist dies eben kein fairer Wettbewerb." (Klaus Hauptfleisch)

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