China beginnt Bau eines Exaflops-Rechners

20. Februar 2017, 10:46
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China lässt Worten Taten folgen und hat mit dem Bau eines neuen Supercomputers begonnen, der den bisher schnellsten Rechner der Welt bei der Geschwindigkeit deutlich überflügeln soll.

China lässt Worten Taten folgen und hat mit dem Bau eines neuen Supercomputers begonnen, der den bisher schnellsten Rechner der Welt bei der Geschwindigkeit deutlich überflügeln soll. Der Prototyp von "Tianhe-3", der vor rund einem Jahr erstmals angekündigt wurde, werde bis Anfang 2018 fertig sein, berichtete die Zeitung 'China Daily' heute Montag.
Der neue Rechner soll eine Trillion Fliesskommaoperationen in der Sekunde ausführen können, beziehungsweise eine Leistung von ein Exaflops erreichen. Damit wäre er rund zehn Mal schneller als der bisherige Rekordhalter "Sunway", der ebenfalls in China steht.
Laut Planung soll "Tianhe-3" bis 2020 voll einsatzfähig sein – früher als ähnliche Exaflops-Rechner, an denen Wissenschaftler in den USA arbeiten. "Tianhe-3" werde Chinas Spitzenplatz als Weltführer bei Supercomputern zementieren, sagte Meng Xiangfei, Direktor von Chinas Nationalem Zentrum für Supercomputer. Allerdings hat das französischen Unternehmen Atos vor knapp einem Jahr ebenfalls den Bau eines Exaflops-Rechners bis 2020 angekündigt. Falls es nicht bei der Ankündigung bleibt, könnte das Rennen Frankreich gegen China also knapp ausfallen.
Die Rechenkraft des neuen chinesischen Computers soll dabei helfen, Erdbeben und Epidemie-Ausbrüche detaillierter und schneller als bisher zu simulieren. Auch will China den "Tianhe-3" nutzen, um die Smogverteilung auf nationaler Ebene zu analysieren.
Mit "Sunway" und "Tianhe-2" belegt China derzeit die ersten beiden Plätze in der Rangliste der schnellsten Computer der Welt. Als schnellste Anlage der USA folgt "Titan" auf Platz drei, der Schweizer Piz Daint am nationalen Hochleistungszentrum CSCS in Lugano liegt weiterhin auf dem äusserst respektablen achten Platz.
Sunway basiert nicht auf Intel- oder AMD-CPUs, sondern auf in China entwickelten und gebauten "ShenWei"-Prozessoren. Tianhe-2 basiert zwar auf Intels Xeon-CPUs, soll aber in naher Zukunft mit zusätzlichen ShenWei-CPUs sowie ebenfalls in China entwickelten Beschleunigungskarten ausgestattet werden, um seine Leistung auf 200 bis 300 Petaflops zu erhöhen. Welche Prozessoren für Tianhe-3 verwendet werden sollen, geht aus den von uns gefundenen englischsprachigen Informationen nicht hervor. (hjm/sda)

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