China: "Bizarrer Tanz" um Elektro-Retail-Kette

15. September 2010, 13:23
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Einst galt er als reichster Mann Chinas.

Einst galt er als reichster Mann Chinas. Wegen illegaler Geschäfte, Insiderhandel und Bestechung ist der Milliardär Huang Guangyu, Gründer von Gome Electrical, aber seit zwei Jahren praktisch entmachtet, im Mai 2010 von einem Gericht in Beijing zu 14 Jahren Haft verdonnert worden. Er
kämpft trotzdem weiter um die Kontrolle über die zweitgrösste Elektronikkette des Landes.
Wie sein Anwalt am 11. September in einem Interview mitteilte, überlege Huang nun, im Tausch gegen Aktien oder Pfandbriefe seine knapp 400 privat gehaltenen Shops an Gome zu verkaufen. Sollten die Anteilseigner dem Ende September zustimmen, würde die Zahl der Gome-Outlets um die Hälfte wachsen und Huangs Anteil auf 36 Prozent steigen.
Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wurde Huang nach seinem Rücktritt aus dem Aufsichtsrat von dem derzeitigen Vorsitzenden Chen Xiao verklagt und versucht nun seinerseits, diesen aus seinem Amt zu drängen.
Ohne die von Huang privat gehaltene Gome Group verfügt Gome Electrical Appliances über 740 Läden, mit hätte Gome mehr Filialen,
als Chinas derzeit grösste Haushaltselektronikkette Sunning Appliance Co. Derzeit zahlt Huangs nicht börsenkotierte Gome Group Servicegebühren an Gome Electrical. Vor zwei Wochen soll Huang noch gedroht haben, den Vertrag zu kündigen. Die neue Wendung wurde von Gome Electricals PR-Firma Brunswick mit Sitz in Hongkong als "bizarrer Tanz von Herrn Huang" bezeichnet. (Klaus Hauptfleisch)

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