China: Dell schliesst sich "Reise nach Westen" an

4. Januar 2012, 12:37
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"Die Reise nach Westen" (Xi You Ji) ist einer der vier klassischen Romane Chinas, der beschreibt, wie der Buddhismus den Weg ins Reich der Mitte fand.

"Die Reise nach Westen" (Xi You Ji) ist einer der vier klassischen Romane Chinas, der beschreibt, wie der Buddhismus den Weg ins Reich der Mitte fand. Quasi auf den Spuren des Mönches Xuanzang und des Affenkönigs Sun Wukong bewegt sich heute die globale IT-Industrie angefangen von Apple-Produzent Foxconn, Acer, Asus und Co. Automobilunternehmen und viele Hersteller anderer Industriegüter wandeln auch schon auf diesen Spuren – und das aus ganz profanen Gründen.
Wie 'Digitimes' aus der taiwanischen Lieferkette erfahren haben will, drängt nun auch Dell ins chinesische Hinterland, genauer gesagt nach Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan (Brechts Sezuan) zu Füssen des Himalaya, weil dort noch günstige Löhne locken. Im Februar, spätestens Ende des ersten Quartals 2012, soll dort schon die Produktion beginnen.
Chengdu und die zweieinhalb Fahrstunden entfernte 32-Millionenstadt Chongqing am Yangtsekiang, die im März 1997 als regierungsunmittelbar von Sichuan abgespalten wurde, sind neue Hauptanziehungspunkte der weltweiten IT-Industrie, weil Shenzhen nahe Hongkong, Shanghai und andere Gewerbegebiete am Pazifikspeckgürtel langsam zu teuer werden.
Im Raum Chengdu stehen laut 'Digitimes' 130 Quadratkilometer an Industriebauland zur Verfügung. Zu den Unternehmen, die dort Produktionsstätten und Forschungszentren unterhalten, gehört seit Ende 2011 Chinas PC-Riese Lenovo. Acer-Ableger Wistron, Nummer drei der Notebook-Auftragsfertiger, will dort auch demnächst loslegen. Nummer zwei Compal plant, in Chengdu bis 2013 schon jährlich zehn Millionen Notebooks zu assemblieren. Die Gesamtinvestitionen bis 2015 im Raum der Provinzhauptstadt werden auf 500 Milliarden Yuan Renminbi oder umgerechnet rund 73,82 Milliarden Schweizer Franken beziffert.
Chongqing bietet mit 37 km² nur ein Drittel der verfügbaren Industriefläche, hat aber mit HP, Acer, Foxconn und den Notebook-Riesen Quanta Computer und Inventec einen sehr erlauchten Kreis von Investoren aus der IT-Industrie. Die Gesamtinvestitionen allein für 2012 werden auf 200 Milliarden Yuan oder 29,52 Milliarden Schweizer Franken geschätzt, der Jahresausstoss von Notebooks auf 80 Millionen Stück. (kh)

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