China reguliert den Tech-Sektor immer stärker

30. August 2021, 12:39
image

Alibaba, Tencent und Co drohen strengere Regeln. Etwa könnte die Nutzung von Algorithmen und Kundendaten massiv eingeschränkt werden.

In den letzten Monaten hat China eine Reihe neuer Vorschriften bekannt gegeben, die zum Teil auf den Technologiesektor abzielen. Im Visier steht laut 'Wall Street Journal' das monopolistische Verhalten der grossen Konzerne. Laut der Regierung sollen Privatsphäre und Daten von Kunden besser geschützt werden.
Vor dem Wochenende hat die Internetaufsichtsbehörde CAC neue Vorgaben publiziert, um die Sammlung und Nutzung von Kundendaten einzuengen. Die Regeln sehen vor, dass Kunden einfacher bestimmte auf Algorithmen basierende Empfehlungen ausschalten können. Firmen dürften künftig auch keine Algorithmen anwenden, die bei den Nutzern "Sucht oder hohen Konsum fördern". Auch dürften sie die nationale Sicherheit oder die öffentliche Ordnung nicht stören, zitiert 'Tech Crunch' aus dem Papier der CAC.
Die Algorithmen bei Onlineservices dürften nicht dazu verwendet werden, gefälschte Benutzerkonten zu erstellen oder falsche Eindrücke zu erwecken, heisst es weiter. Die Internetaufsichtsbehörde, die einer zentralen Führungsgruppe unter Vorsitz von Präsident Xi Jinping untersteht, will bis 26. September öffentliches Feedback zu den neuen Richtlinien einholen.
Die neuen Richtlinien der CAC sind nur eine von mehreren Schritten Pekings zur Regulierung grosser Tech-Konzerne und deren Einfluss. Auch die USA und europäische Behörden streben danach, Verbraucherrechte zu stärken. Mit den Vorgaben presche China nun allerdings voran und versuche nicht mehr nur, mit EU-Initiativen Schritt zu halten, sagte Kendra Schaefer von der auf Technologie und Politik spezialisierten Beratungsfirma Trivium China gegenüber 'Reuters'.

Börsengänge im Ausland werden eingeschränkt

Insidern zufolge plant Peking zudem ein Verbot von Börsengängen in den USA für chinesische Unternehmen, die über grosse Mengen sensibler Verbraucherdaten verfügen. Hiervon betroffen dürften insbesondere Tech-Konzerne sein, schreibt das 'Wall Street Journal'. Hintergrund seien Befürchtungen der chinesischen Regierung, die Firmen könnten im Ausland von den dortigen Behörden gezwungen werden, ihre Datenmengen zur Verfügung zu stellen.
Vor einigen Tagen hatte auch die chinesische Marktaufsichtsbehörde einen Entwurf für Regeln veröffentlicht, mit denen unlauterer Wettbewerb im Internet unterbunden werden soll. Zu den Vorschlägen gehört, dass Betreiber von Online-Services keine Daten, Algorithmen und andere technische Mittel verwenden sollten, um die Entscheidungen der Nutzer zu beeinflussen. Auch die Art und Weise, wie Unternehmen Daten für Werbung nutzen dürfen, soll strenger reguliert werden, berichtete 'CNBC'. 

Loading

Mehr zum Thema

image

Ressourcenmangel: Armee sucht ICT-Leihpersonal für bis zu 55 Millionen Franken

Der IT-Dienstleister der Armee will viel Unterstützung anheuern, nachdem er letztes Jahr wegen schleppenden Projekten in die Kritik geraten war. Auch weitere Massnahmen laufen.

publiziert am 5.8.2022
image

Mac-Netzteile sind knapp

Je höher die Leistung, desto wahrscheinlicher verspätet sich die Lieferung der Mac-Netzteile.

publiziert am 5.8.2022
image

Wie es zur Warnung vor Kaspersky kam

Dokumente des deutschen Amtes für Cybersicherheit stützen die Position von Kaspersky. Der Security-Anbieter kritisierte die BSI-Warnung als politischen Entscheid.

publiziert am 5.8.2022
image

Infoblox hat neuen europäischen Channelchef gefunden

Ashraf Sheet hatte das Unternehmen Anfang Jahr verlassen. Sein Nachfolger Aric Ault will das Geschäft über den Channel weiter ausbauen.

publiziert am 5.8.2022