Chipumsätze so stark gestiegen wie noch nie

20. Dezember 2010, 08:52
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Relativ gesehen hat der Halbleiterweltmarkt 2001 mit 36,7 Prozent zwar stärker zugelegt, 2010 wird aber laut Industriebeobachter iSuppli als das Jahr mit dem grössten Wachstumssprung in die Geschichte eingehen.

Relativ gesehen hat der Halbleiterweltmarkt 2001 mit 36,7 Prozent zwar stärker zugelegt, 2010 wird aber laut Industriebeobachter iSuppli als das Jahr mit dem grössten Wachstumssprung in die Geschichte eingehen. Ersten Schätzungen zufolge belaufen sich die Umsätze 2010 auf 304 Milliarden Dollar, ein Plus von 32,5 Prozent oder 74,5 Milliarden Dollar gegenüber den 229,5 Milliarden Dollar des Vorjahres. So stark ist das Volumen auf dem globalen Halbleitermarkt noch nie in die Höhe geklettert. Der Benchmark von 2001 lag bei 59,2 Milliarden Dollar. Da die Bäume nicht ewig in den Himmel wachsen können, prophezeit iSuppli für den Halbleiterweltmarkt 2011 eine weiche Landung mit einem deutlich abgeschwächten Wachstum von rund 5 Prozent.
Hersteller horten Chips
"Während viele Beobachter davon ausgegangen waren, dass sich die Halbleiterindustrie 2010 solide erholen würde nach dem tiefen Fall von 2009, hat das tatsächliche Wachstum alle Erwartungen übertroffen“, erklärt iSuppli-Chefanalyst Dale Ford. Obwohl die enormen Umsatzzuwächse durch eine stark steigenden Nachfrage nach Elektronikprodukten wie Computern, Fernsehern und Mobiltelefone genährt wurden, fielen sie ihm zufolge mehr als dreimal so hoch aus, wie die für die elektronischen Geräte selbst. Das liege unter anderem daran, dass die Abnehmer inmitten von Lieferengpässen auf Vorrat gekauft haben, was wiederum die Preise in die Höhe getrieben hat. Die Rekordumsätze seien aber auch dem zu verdanken, dass in den wichtigsten Elektronikgütern immer mehr Halbleiterprodukte eingesetzt werden. Trotz anhaltender wirtschaftlicher Turbulenzen und Unwägbarkeiten hat die Halbleiterindustrie mit sechs Wachstumsquartalen bis Ende September 2010 die längste Wachstumsstrecke seit 2004 hingelegt.
Die Umsätze der wichtigsten Kategorien sind fast alle zweistellig gestiegen, wobei DRAM und NAND-Flash mit einem Umsatzplus von 80 Prozent respektive 40 Prozent den Takt vorgegeben und den Boom angeführt haben, so iSuppli. Manche Speicherchiphersteller haben davon übermässig profitiert, während andere im Ranking abgerutscht sind, Infineon zum Beispiel von Platz 11 auf Platz 13, und das trotz eines Umsatzzuwachses von fast 40 Prozent. Das stärkste organische Wachstum hat Elpida Memory mit einem Umsatzplus von 74,2 Prozent hingelegt, der japanische Hersteller ist damit von Platz 15 auf Platz 10 aufgerückt, Hynix Semiconductor konnte sich mit einem Umsatzsprung von 69,3 Prozent von Platz 7 auf Platz 6 verbessern. Samsung Electronics auf Platz zwei konnte 2010 den Umsatz dank des Speicherchip-Booms um 60,8 Prozent auf 28,14 Milliarden Dollar steigern und den Marktanteil von 7,6 auf 9,3 Prozent verbessern. Toshiba und Texas Instruments haben sich mit Umsätzen von jeweils rund 13 Milliarden Dollar auf Rang 3 und 4 gehalten. Intel hat zwar ähnlich wie AMD nur um 24,1 Prozent zugelegt, bleibt mit 40,02 Milliarden Dollar Umsatz aber unbestrittener Chipkönig.
Obwohl die weltweiten Autoverkäufe nur mässig gestiegen sind, hat der Automotive-Halbleitermarkt mit 41,1 Prozent Wachstum alle anderen grossen Chipanwendungen abgehängt. Selbst der Halbleitermarkt für Datenverarbeitung konnte trotz des DRAM-Booms nicht Schritt halten und landete mit 36,7 Prozent Umsatzzuwachs nur auf Platz 2. Überraschend lahm ist dagegen die von Smartphones getriebene vermeintliche Zugmaschine mobile Kommunikation. Denn in dem Segment sind die Halbleiterumsätze laut iSuppli nur um 24,4 Prozent gestiegen. (Klaus Hauptfleisch)

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