Chrome lässt Cookies doch länger leben

24. Juni 2021, 14:49
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Google schiebt die eigenen Blockade-Deadlines nach hinten. Die Diskussion und die Suche nach Alternativen benötigen mehr Zeit.

Google hat einen Plan, Cookies von Drittanbietern im hauseigenen Chrome-Browser zu blockieren, verschoben. Und dies um fast zwei Jahre bis Ende 2023, wie 'Cnet' meldet. Man benötige mehr Zeit, um herausfinden, wie man Chrome-Nutzer besser vor Cookies schützen könne und gleichzeitig Werbern, Verlagen und Datenmaklern die Möglichkeit bieten kann, Geld zu verdienen.
"Wir müssen in einem verantwortungsvollen Tempo vorgehen, das genügend Zeit für die öffentliche Diskussion über die richtigen Lösungen lässt und ebenso den Verlagen und der Werbeindustrie für die Migration ihrer Dienste", sagte Chrome Engineering Director Vinay Goel in einem Blogpost. "Dies ist wichtig, um die Geschäftsmodelle vieler Web-Publisher, die frei verfügbare Inhalte unterstützen, nicht zu gefährden."
Google glaubt zudem laut 'Cnet', dass das Blockieren von Drittanbieter-Cookies im jetzigen Stadium eigentlich schlecht für die Nutzer des Webs ist, weil es Tracking-Unternehmen zu verdeckten Lösungen wie dem Fingerprinting treibt.
Google ist Such- und Werbegigant sowie wichtigster Browseranbieter in einem und hat 2019 ein "Privacy Sandbox"-Programm ins Leben gerufen, dass die Datensammlung und das Tracken von Individuen ohne deren Zustimmung erschweren soll.
Googles Chrome-Team will 2021 mit dem Testen der vorhandenen Cookie-Alternativen beginnen. Zusätzlich zur endgültigen Abschaffung der Cookies von Drittanbietern arbeitet Google an Lösung namens "federated learning of cohorts" (FLOC), die Anzeigen auf Gruppen von Personen und nicht auf Einzelpersonen abstimmt.
Allerdings ist FLOC umstritten, Wordpress, Mozilla und Amazon gehören zu den Gegnern. Die in USA aktive Electronic Frontier Foundation hält FLOC für "eine schreckliche Idee".
Andere Browser, darunter Apples Safari, Mozillas Firefox und Microsofts neuer, auf Chromium basierender Edge-Browser, werden seit einiger Zeit kontinuierlich darauf hin entwickelt, das Tracking zu reduzieren. Googles Datenschutz-Sandbox ist ein "Late Follower" in diesem Trend, der insbesondere durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU motiviert ist.

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