CIA-Boss macht den Hillary

20. Oktober 2015, 10:03
  • security
  • cyberangriff
image

Kaum ebben die monatelangen Diskussionen um das private E-Mail-Konto von Hillary Clinton ab, blamiert sich einer, der es eigentlich noch viel besser wissen müsste: CIA-Chef John Brennan hat bis gestern offenbar einen privaten AOL-Account für geschäftliche E-Mails benutzt.

Kaum ebben die monatelangen Diskussionen um das private E-Mail-Konto von Hillary Clinton ab, blamiert sich einer, der es eigentlich noch viel besser wissen müsste: CIA-Chef John Brennan hat bis gestern offenbar einen privaten AOL-Account für geschäftliche E-Mails benutzt. Dann wurde er gekapert.
Gelungen sei der Angriff dank Social Engineering. In einigen Telefonaten mit der 'New York Post' erzählte der Hacker, er habe einen Mitarbeiter von Verizon getäuscht, um an persönliche Informationen über Brennan zu gelangen. Mit den Daten habe er dann Brennans Passwort zurücksetzen können. Vorgestellt hat er sich als US-amerikanischer High-School-Schüler.
Offenbar hat Brennan selbst nach der erfolgreichen Attacke nicht sofort die Notbremse gezogen und den Account gelöscht, sondern mehrfach versucht, die Kontrolle zurück zu bekommen. Zumindest sollen das entsprechende Logs zeigen, die @phphax veröffentlicht hat. Der Account gehört offenbar dem Hacker.
Die CIA bekräftigt, es seien keine klassifizierten Dokumente abhandengekommen. Allerdings ist der Teenager gemäss veröffentlichter Screenshots im Besitz eines 47-seitigen Antrags auf die Top-Secret-Sicherheitsberechtigung, in dem zahlreiche persönliche Angaben enthalten sind. Zudem präsentiert er auf Twitter eine Liste mit Sozialversicherungsnummern von mehr als einem Dutzend hochrangiger Geheimdienst-Mitarbeiter, sowie ein Dokument, indem darüber spekuliert wird, wie die gesetzliche Einschränkung bei Foltermethoden ausgehebelt werden könnte. In den Telefonaten mit der 'New York Post' gab der Schüler an, dass er sich mit der Aktion für ein freies Palästina einsetzen wolle.
Auch Chef von Homeland Security angegriffen
Zwei Wochen zuvor hat derselbe Hacker bereits auf einem Telko-Account von Jeh Jonsson, Chef von Homeland Security, herumgespielt. So liess er die Nummer von Jonssons Eltern auf eine Anti-Kriegs-NGO weiterleiten und konfigurierte die Fernseher des Geheimdienst-Chefs so, dass sie als Begrüssungsbotschaft "Stoppt den Krieg" und ähnliches anzeigten. FBI und Secret Service bestätigten, dass sie in dem Zusammenhang Ermittlungen führen. (mik/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

IT-Fachkräftemangel: Wie Wachstum dennoch gelingt

Der Fachkräftemangel ist akuter denn je, besonders in der IT und Cyber Security. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach entsprechenden Services kontinuierlich. Wie gelingt der Spagat zwischen Wachstum und dem «War of Talents»? Rita Kaspar, Head of HR bei InfoGuard AG, gibt Auskunft.

image

Luzerner können Wille zur Organspende in App hinterlegen

Patientinnen und Patienten des Luzerner Kantonsspitals können ihre Entscheidung zur Organspende neu in der Patienten-App ablegen.

publiziert am 26.1.2023
image

Cyberkrimineller erbeutet Meldedaten fast aller Österreicher

Ein Fauxpas bei einem Wiener IT-Unternehmen machte einen grossen Datendiebstahl möglich. Die Spuren führen in die Niederlande.

publiziert am 26.1.2023
image

Datenleck bei der Fremdsprach-App Duolingo?

In einem Forum werden die Daten von 2,6 Millionen Accounts zum Verkauf angeboten. Doch das Unternehmen bestreitet eine Sicherheitsverletzung.

publiziert am 25.1.2023