CIOs evaluieren alternative SW-Lizenzmodelle

2. November 2007, 11:09
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Firmen schauen sich immer öfter alternative Software-Beschaffungsmodelle an. Miete, Bezug von Software als Service und Leasing gewinnen an Attraktivität gegenüber dem Software-Kauf.

Firmen schauen sich immer öfter alternative Software-Beschaffungsmodelle an. Miete, Bezug von Software als Service und Leasing gewinnen an Attraktivität gegenüber dem Software-Kauf.
Software-Lizenzen machen einen nicht geringen Teil des IT-Budgets von mittelgrossen und grossen Firmen aus. Die deutsche Beratungsfirma Experton Group schätzt, dass Software-Lizenzen zwischen 20 und 42 Prozent der IT-Beschaffungs-Budgets verschlingen. Dies stellt einen guten Grund dafür dar, sich alternative Beschaffungsmodelle für Software genau anzuschauen. Eine Untersuchung der Experton Group bestätigt diese Aussage. Die Berater führten 120 Gespräche mit IT-Entscheidern aus deutschen Anwenderunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden. Resultat: Schon über 40 Prozent der Unternehmen setzt sich ernsthaft mit Alternativen im Software-Sourcing auseinander.
Wie Axel Oppermann (Foto) von Experton sagt, dürften die Verhältnisse in der Schweiz vergleichbar sein. Einzig bei der Frage von Software-Leasing können unterschiedliche Steuerbewertungen zu anderen Resultaten führen. Die Experton Group plant, im nächsten Frühling eine ähnliche Untersuchung auch in der Schweiz anzustossen.
Nicht billiger, aber flexibler
Für Software-Anbieter haben alternative Lizenzformen einen entscheidenen Vorteil: "Die wesentliche Motivation der Software-Hersteller beruht darin, regelmässige Geldflüsse zu generieren und gleichzeitig die Erneuerungszyklen zu verkürzen.“, erklärt Oppermann die primäre Motivation der Software-Hersteller.
Anwender ihrerseits können bei Software-as-a-Service-Modellen zeitlich beschränkte Bedürfnisse, zum Beispiel das Zuschalten von zusätzlichen Usern, viel flexibler befriedien. Oppermann streicht einen weiteren Vorteil hervor: "Anwenderunternehmen können durch Software-Service-, Leasing oder Mietmodelle ihre Eigenkapitalquote sowie ihre Liquidität verbessern. Insbesondere in Zeiten eines wirtschaftlichen Wachstums ist die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität eine Problemzone der Unternehmen, da zwischen dem Abfluss monetärer Mittel und deren Rückfluss eine zeitliche Lücke entsteht."
SaaS auf dem Vormarsch
Software-as-a-Service-Modelle sind zwar in aller Munde doch in der Realität spielen sie erst noch eine kleine Rolle. Experton schätzt, dass heute erst 1,4 Prozent (etwa 270 Millionen Euro) der deutschen Ausgaben für Software-Lizenzen auf SaaS-Modelle entfallen. Doch die Wachstumsraten sind mit jährlich etwa 30 Prozent enorm hoch. Und SAPs "Business byDesign" dürfte dem Markt noch weiter Auftrieb geben.
Bereits ein Viertel der von Experton befragten IT-Verantwortlichen sagten, dass sie sich gegenwärtig mit SaaS- oder On-Demand-Modellen im Rahmen der Softwarebeschaffung beschäftigten.
Es gibt einige Verwirrung um die Abgrenzung zwischen SaaS-Lizenzmodellen und "On-Demand". Experton macht den Unterschied so: "On-Demand-Services werden nur partiell beauftragt und genutzt, während SaaS als extern bereitgestellte Applikation(en), welche in regelmässigem Einsatz im Unternehmen genutzt wird, definiert.
Leasing und Miete werden wichtiger
Insbesondere in Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern ist das Interesse an den Beschaffungsformen Leasing und Miete gemäss der Untersuchung von besonderem Interesse. So beschäftigen sich bereits über 30 Prozent der befragten Unternehmen mit diesen Modellen. Bedingt wird dieser Trend durch eine restriktive Finanzierungspolitik der Banken, verbunden mit einer niedrigen Eigenkapitalquote der mittelständischen Unternehmen. Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind es hingegen nur knappe 20 Prozent.
Das eine tun, das andere nicht lassen
Der Trend zu alternativen Software-Beschaffungsmodellen liegt also auf der Hand. Die Berater glauben, dass immer mehr Anwender auf eine Kombination der unterschiedlichen Beschaffungsmodelle setzen werden. Oppermann: "Dabei werden auch in naher Zukunft weiterhin On-Premise Lizenzen dominieren. Auf der Short-List werden sich aber auch immer mehr Leasing- sowie klassische Mietmodelle und insbesondere vermehrt Software-Service-Modelle befinden. Anwender sollten jedoch bedenken, dass die Zersplitterung des Angebots- und Leistungsportfolios innerhalb der Evaluierungs-, Initial- und Einführungsphase eine erhöhte Komplexität bedeutet. So muss zwingend ein aktives Vertragsmanagement implementiert werden." (Christoph Hugenschmidt)

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