CIOs in die Geschäftsleitungen!

20. Juni 2007, 15:12
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IBMs Wort in CEOs Ohr: CIOs glauben gemäss einer aktuellen Studie von IBM, dass sie in die Führungsspitze von Unternehmen gehören oder zumindest ihr Einfluss auf die Geschäftsleitung grösser werden sollte. Big Blue stimmt zu.

IBMs Wort in CEOs Ohr: CIOs glauben gemäss einer aktuellen Studie von IBM, dass sie in die Führungsspitze von Unternehmen gehören oder zumindest ihr Einfluss auf die Geschäftsleitung grösser werden sollte. Big Blue stimmt zu.
Trotz Unkenrufen wie Nicholas Carrs vielbeachteter These "IT doesn't matter", die vor inzwischen rund vier Jahren für eine Dämpfung der diesbezüglichen Erwartungen sorgte, glaubt heute wieder eine grosse Mehrheit der IT-Verantwortlichen von Grossunternehmen, dass die IT den zukünftigen Geschäftserfolg ihrer Unternehmen ganz wesentlich mitbestimmen wird. Gemäss der weltweit durchgeführten IBM Studie "CIO Leadership Forum Survey" erklärten 86 Prozent der dafür befragten über 170 CIOs, dass die IT sich "entscheidend und fundamental auf die Veränderungen der Unternehmensstrategie auswirkt". Nur 16 Prozent aber fanden, dass ihr Unternehmen das Potential der IT bisher voll ausschöpfe.
Im Einklang mit dieser Einschätzung würde eine sehr grosse Mehrheit der befragten IT-Verantwortlichen gerne mehr Einfluss auf die strategischen Entscheidungen im Unternehmen haben, als bisher. 92 Prozent stimmten der Aussage zu, dass es "wichtig" oder sogar "entscheidend" wäre, dass ihr Einfluss auf die
Geschäftsleitung erweitert wird. 86 Prozent würden es als grosse Chance für ihr Unternehmen betrachten, wenn sie gemeinsam mit der Geschäftsführung Strategien entwickeln und formen könnten.
Auch in der momentanen Realität haben CIOs natürlich schon einen gewissen Einfluss. Aber immer noch rund ein Drittel der Befragten - und dabei handelt es sich immerhin mehrheitlich um CIOs von sehr grossen Unternehmen – haben keinerlei offizielle Funktion innerhalb der Führungsebene. Knapp ein Drittel findet auch, dass ihre Rolle als IT-Leiter im Unternehmen falsch eingeschätzt wird.
Etwa 40 Prozent hat dagegen bereits über die IT hinaus Geschäftsverantwortung, fast 70 Prozent würden aber gerne zusätzliche offizielle Verantwortlichkeiten übernehmen, um nachhaltig Geschäftsprozesse zu überarbeiten und zu verändern.
IT-Anbieter dürften kaum etwas dagegen haben, wenn die CIOs, in den meisten Fällen immer noch ihre Hauptansprechspartner bei den Kunden, mehr Einfluss gewinen. Big Blue titelt seine Studienzusammenfassung denn auch salopp "Der IT-Chef gehört in die Führungsspitze". Die vermehrte Einbindung der Sichtweise der IT-Leute bei geschäftlichen Entscheidungen wäre aber wohl tatsächlich ein probates Mittel, der auch von den Geschäftsverantwortlichen vielbeschworenenen Zusammenführung von Business- und IT-Strategien näher zu kommen. (In einer ebenfalls von IBM durchgeführten Befragung von CEOs gaben dies 80 Prozent als sehr wichtiges Unternehmensziel an, aber nur 45 Prozent fanden, dass die Zusammenführung in ihrem Unternehmen ausreichend umgesetzt sei.)
Wenn man die Rolle von CIOs und IT-Verantwortlichen steigern möchte, gäbe es gemäss IBM vier zentrale Handlungsfelder. Unter das Stichwort "Messbarkeit" fällt eine Veränderung der Bewertung der Leistung von IT und IT-Verantwortlichen. Letztere, so IBM glauben nicht nur, das die IT einen Beitrag zur Geschäftsentwicklung, zum Wachstum und zur Innovation in einem Unternehmen leistet, eine Mehrheit von 80 Prozent würden auch gerne an diesen Kriterien gemessen werden. Dagegen gaben nur 62 Prozent der Befragten die reine Performance des IT-Betriebs als ein Mass für ihren Erfolg an.
Unter das Handlungsfeld "Strategie" fällt die frühere Einbindung der IT-Verantwortlichen in strategische Entscheidungsprozesse. Eng damit im Zusammenhang steht der dritte Punkt "Organisation", also die Zuteilung einer formalen Rolle in der Führungsebene. Und unter dem Stichwort "Kompetenzen" schlägt IBM vor, dass CIOs mehr Möglichkeiten erhalten sollen, ihre eigenen Fähigkeiten und Führungskompetenzen zu entwickeln. (Hans Jörg Maron)

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