CIOs klagen: Wir brauchen Messinstrumente für IT-Nutzen

15. November 2006, 14:29
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Eine Mehrheit der Manager und CIOs von Grossunternehmen zweifeln daran, dass ihre IT-Investitionen so viel nützen, wie sie sollten. Das Dumme: Sie haben gar keine Messinstrumente für den Nutzen.

Gruppenbild mit Dame: Viele, viele Millionen Franken IT-Investitionsvolumen (Auflösung siehe unten).
Gestern fand am Zürichsee das mit einer hochkarätigen Teilnehmnerschaft besetzte, vierte "IT-Strategie-Forum" statt. Die Veranstalter der Firma Boydak Management Consulting führten dabei eine Blitzumfrage unter den Anwesenden durch. Eines der wichtigsten Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der 67 Manager und CIOs, welche die Fragen beantworteten, bezweifelte, dass sich ihre (zum Teil beträchtlichen) IT-Ausgaben auch wirklich "vollumfänglich rentieren".
Die dumpfen Zweifel an der Effizienz der IT-Ausgaben haben vor allem damit zu tun, dass auch diese Fachleute den "Business-Nutzen" ihrer IT heute nur schwer beziffern können. Systematisch wird dieser kaum, und wenn ja, eher nur punktuell gemessen. 76 Prozent der anwesenden Manager beklagte denn auch das Fehlen ausreichender Instrumente zur Steuerung des "IT-Wertbeitrags".
Swisscom Mobile-CFO Dieter Bernauer kommentierte: "Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da einerseits IT-Investitionen immer wichtiger für die Erzielung von Wettbewerbsvorteilen werden, andererseits die Investitionshorizonte immer kürzer und die technologische Entwicklung immer disruptiver." Und Veranstalter Selçuk Boydak zog zum Schluss das Fazit: "Nur wenn es gelingt, den Mehrwert der IT transparent auszuweisen, kann sie sich als anerkannter Produktions- und Wertfaktor in der Wahrnehmung aller Beteiligten im Unternehmen verankern."
Trotz der Zweifel an der Effizienz ihrer IT-Investitionen kann man die Teilnehmer am IT-Strategie-Forum kaum als generelle "IT-Kritiker" bezeichnen. "Natürlich gibt es zahlreiche, sehr wichtige Business-Funktionen, in denen die IT einen strategischen Wettbewerbsvorteil darstellt und echten 'Business Value' für das Unternehmen kreiert", meinte dazu Peter Sany, Konzern-CIO der Deutschen Telekom – und eine grosse Mehrheit von 87 Prozent der Anwesenden äusserte in der Umfrage eine ähnliche Meinung. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Die Referenten des 4. IT-Strategie-Forum: Vordere Reihe v.l.n.r.: Jochen Schneider, CIO, Die Schweizerische Post – PostFinance; Dieter Bernauer, CFO, Swisscom Mobile AG; Sylvia Steinmann, CIO, Swiss Re Financial Services; Dr. Matthias Trabandt, CIO, Novartis International AG; Selçuk Boydak, Gründungspartner, Boydak Management Consulting AG und Initiator des IT-Strategie-Forums / Hintere Reihe v.l.n.r.: Michael Nilles, CIO, Bosch Rexroth AG; Dr. Martin Hölz, Group Process Integration Officer, Audi AG; Enrico Lardelli, CIO, Clariden (Credit Suisse Group). © obs/IT-Strategie-Forum.)

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