CIOs sind keine IT-Klempner mehr

25. Mai 2011, 14:03
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Business Intelligence und der Einsatz mobiler Geräte bleiben an der Spitze der CIO-Prioritätenliste. Auch Cloud Computing wird nun ernst genommen, wie eine IBM-Studie zeigt.

Business Intelligence und der Einsatz mobiler Geräte bleiben an der Spitze der CIO-Prioritätenliste. Auch Cloud Computing wird nun ernst genommen, wie eine IBM-Studie zeigt.
3000 Informatik-Chefs weltweit, darunter 77 aus der Schweiz, nahmen an der "CIO Studie 2011" von IBM teil. Hier einige der wichtigsten Erkenntnisse aus der Untersuchung, die man kostenlos herunterladen kann.
Anhaltender Drang zu mehr Datenanalyse
Anbieter wie SAP, IBM oder Oracle investieren seit Jahren gewaltige Summen in Software für die die Analyse der sich anhäufenden Datenmengen. So hat alleine IBM sechs Milliarden Dollar für den Kauf der beiden Spezialisten Cognos und SPSS auf den Tisch gelegt.
Offenbar zu Recht, denn das Thema Business Intelligence und Analytics steht zuoberst auf der Prioritätenliste der CIOs - übrigens mit einer gleich hohen Nennungsquote wie vor zwei Jahren: 83 Prozent. Zweitwichtigstes Thema ist "Mobility Solutions". Die Dringlichkeit, Lösungen für mobile Geräte anzubieten, ist gegenüber 2009 noch gestiegen, während Virtualisierung als Top-Priorität etwas an Relevanz verloren hat und von von Rang 2 auf Rang 3 zurückfiel.
Richtig wichtig für CIOs ist das Thema Cloud Computing. 2009 war Cloud Computing erst für einen Drittel der CIOs dieser Welt eine Priorität, dieses Jahr ist es es schon für 60 Prozent. Die Verschiebung von Applikationen und Speicherbedarf in Rechner-Wolken wandelt sich offenbar vom US-Marketing-Hype zu einer realen Entwicklung.
Nicht mehr einfach IT-Klempner
Die Autoren der Studie definieren die Rolle, die ihre Gesprächspartner innerhalb eines Unternehmens spielen, in vier "Mandate". Die Informatik kann gemäss der Studie die Hauptfunktion "Expand", "Leverage", "Transformation" oder "Pionieer" haben. "Expand" steht für den Auftrag, das Wachstum einer Firma zu fördern und zu begleiten, "Leverage" für den klassischen Rationalisierungsjob, Transformation für die Veränderung der Wertschöpfungskette und Pioneer für die Ausrichtung auf neue Märkte und Geschäftsmodelle.
57 Prozent der CIOs in der Schweiz und in Österreich sehen sich mit dem Mandat für "Expand" versehen. Sie sollen also Geschäftsprozesse weiterentwickeln und die Zusammenarbeit (mit Kunden, Partnern, ...) verbessern. Nur 21 Prozent sehen sich als "Leverage"-CIOs, sprich Rationalisierer. 12 Prozent sehen ihr Hauptaufgabe darin, die Wertschöpfung zu transformieren und immerhin 9 Prozent sehen sich als "Pioneer". IBM-Technologiestratege und Mitautor der Studie Urs Karrer liest dies als Hinweis, dass die Bedeutung der Informatik-Chefs innerhalb der Firma gewachsen sei.
Interessant dünkt uns die Zuordung der "Mandate" zu Branchen. So verlangen Firmen aus reifen Industrien (Militär, Öl, Verwaltung, Elektronik, Auto, Industrie, Pharma) eher "Leverage" (Effizienz, Rationalisierung) von ihrer IT. Am meisten wird die "Pioneer"-Rolle hingegen bei Finanzmärkten (Börsen), der Telekommunikation, Medien, Transport, Gesundheitswesen, Banken und Versicherungen vergeben. (Christoph Hugenschmidt)

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